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Spangdahlem: Rumsfeld stoppt Klinik

Spangdahlem: Rumsfeld stoppt Klinik

SPANGDAHLEM. (sey) Der Bau eines Hospitals auf der Air Base Spangdahlem (Kreis Bitburg-Prüm) ist gestoppt. Entsprechende TV -Informationen bestätigten am Freitag erstmals offizielle amerikanische und deutsche Stellen.

MitSchulterzucken und Dementis reagierten Ende Januar Politiker undMilitärs, als der TV unter Berufung auf denCDU-Landtagsabgeordneten Michael Billen (Bitburg) über einenamerikanischen Investitionsstopp auf ihren deutschenMilitärstützpunkten berichtete. Mittlerweile steht fest: Es warkeine "Ente", wie der Mainzer Ministerpräsident Kurt Beck (SPD)seinem politischen Kontrahenten aus der Eifel vorwarf. Nachunserer Zeitung vorliegenden internen Unterlagen der US-Militärsist der geplante Bau des 33 Millionen Dollar teuren Hospitals aufder Air Base Spangdahlem definitiv auf Eis gelegt. In einer aufden 12. Februar datierten Anweisung des US Army Corps ofEngineers (USACE) heißt es, die Mittel für das Projekt würdenzurückgezogen. Friedrich-Wilhelm Heitzeberg, beim LandesbetriebLiegenschafts- und Baubetreuung (LBB) zuständig für den Bau desHospitals, bestätigte den US-Investitionsstopp. Er betreffeallerdings nur das Krankenhaus, keine anderen Projekte inSpangdahlem, sagte Heitzeberg. "Der Ausbau der Base läuft aufvollen Touren weiter." Der LBB-Manager glaubt, dass derInvestitionsstopp nur zeitlich befristet ist und nicht dasendgültige Aus für das US-Hospital bedeutet. Die ungarischeTageszeitung "Népszabadság" berichtet dagegen, das in Spangdahlemgeplante Hospital werde "in Polen oder Ungarn" errichtet. Eine Sprecherin der Eifel-Air-Base sagte, der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld habe angeordnet, alle 2003 geplanten Baumaßnahmen der US-Militärs anzuhalten. Das Pentagon wolle sicher gehen, "dass Gelder nicht in Stützpunkte investiert werden, die zur Konsolidierung oder Schließung in Frage kommen".

Sichere Rückschlüsse auf die Zukunft der Air Base Spangdahlem können aus der Rumsfeld-Äußerung wohl noch nicht abgeleitet werden. Auch offiziell heißt es: "Noch sind keine Stützpunkte in Übersee zur Schließung vorgesehen." Wie unsere Zeitung bereits mehrfach berichtete, hat das US-Verteidigungsministerium allerdings für 2005 eine neue Schließungswelle angekündigt. Vor allem die neuen Nato-Mitgliedsländer in Osteuropa buhlen offen um die Gunst der US-Militärs. Besonders hartnäckig ist angeblich Polen. "Die bieten uns 1000 Sachen an, nur damit wir kommen", verlautete aus Kreisen des Hauptquartiers der US-Luftwaffe in Europa. "Fliegen rund um die Uhr, jede Menge Lärm - in Polen alles kein Problem."