Sparen ist Pflicht

Die Klimaanlage surrt, der Kühlschrank brummt und der Ventilator bläst unaufhörlich. Noch ist die Energieversorgung in Deutschland nicht zum großen Sommerthema geworden. Doch bleibt es bei den tropischen Temperaturen, kann sich das schnell ändern.

Denn schon befürchten Experten, dass es durch die große Hitze zu einem zeitweiligen Stromausfall kommen kann. Und dabei steht Deutschland nicht allein. Der Strommarkt ist längst international, die großen Energiekonzerne sind global aufgestellt, Atomstrom aus Frankreich treibt weitaus mehr Kühlaggregate in unserem Land an, als alle regenerativen Stromquellen zusammen. Und genau hier liegt die große Gefahr. Denn unsere westlichen Nachbarn gehören eigentlich zu den großen Strom-Exporteuren. Doch auch in Frankreich wird wegen der großen Hitze der Strom knapp. Denn die Atomkraftwerke des französischen Energiegiganten Electricité de France (EdF) laufen auf Sparflamme, weil ihr Kühlwasser sonst die Flüsse zu stark erhitzen würde. Und nun kauft Frankreich kräftig Strom zu, damit in Paris die Lichter nicht ausgehen. In Deutschland sind es vor allem die Kohlekraftwerke, die den nötigen Strom liefern. Auch die Photovoltaikanlagen liefern bei strahlendem Sonnenschein weitaus mehr Energie als üblich. Doch da Solarenergie nur ein Prozent zum Stromaufkommen beiträgt, ist das nur ein kleiner Lichtblick. Schon fordern deshalb die ersten Energieversorger ihre Kunden zum Stromsparen auf. Denn bleibt der Sommer so unbarmherzig heiß, kann es auch in den westlichen Industriestaaten zum teilweisen Stromausfall kommen. Kühlschränke, die nicht mehr kühlen, Ventilatoren die kein Lüftchen mehr bewegen? Dieser Sommer zeigt, dass dieRessourcen auch für Industriestaaten nicht unendlich sind. Doch der sparsame Umgang mit Strom und Wasser sollte nicht nur in Extrem-Situationen Pflicht sein. h.waschbuesch@volksfreund.de