Spiel mit dem Leben

Sie haben den Flugbetrieb und das Reisen revolutioniert. Billigflieger setzen den Markt seit wenigen Jahren mit günstigen Preisen unter Druck. Logisch, dass immer mehr Fluggesellschaften und auch Reiseveranstalter von dem Kuchen etwas abhaben wollen. Es ist ja auch einfach, über Urlaubs-Schnäppchen die Passagiere ins Flugzeug zu bekommen. Hand aufs Herz, als Verbraucher gibt es doch kein schöneres Einkaufserlebnis, als ein Maximum an Leistung für ein Minimum an Kosten zu ergattern. Doch wie in jeder Branche, so gibt es auch im Luftverkehr schwarze Schafe. Es geht hier nicht darum, kleinere und noch unbekannte Gesellschaften pauschal zu verdammen. Es geht auch nicht darum, durchdachte Konzepte schlecht zu reden. Es geht um den einzigen Standard im Flugverkehr, der bei allen Airlines als unverrückbar gelten sollte: Sicherheit für Passagiere und Crew. Die hat eben ihren Preis. Zwar haben Risse in der Flugzeugdecke und zerfetzte Sitzpolster keine unmittelbare Wirkung auf die technische Sicherheit einer Maschine, ob sie startet und ob sie wieder landet. Doch wer in einem solchen Flugzeug sitzt, mag sich nur ungern Gedanken darüber machen, wie dann die Standards im Cockpit, am Triebwerk und unter der Verkleidung sind. Des Schnäppchenjägers Glücksgefühle sind schnell vergangen. Sicherheit ist teuer, aber nicht unbezahlbar. Als A und O eines erfolgreichen Geschäftsmodells scheint dieses Prinzip allerdings nicht in allen Führungsetagen von Billiganbietern angekommen zu sein. Wer "Low Cost" versteht als schlechteste Crew-Bezahlung bei längstmöglicher Arbeitszeit oder geringstmögliche Sicherheit zum niedrigsten Preis, der spielt nicht nur mit seinem Image, sondern auch mit dem Leben seiner Passagiere. s.schwadorf@volksfreund.de

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