Staatsanwaltschaft klagt Mann wegen angedrohtem Amoklauf an Universität Trier an

Kriminalität : Trierer Staatsanwaltschaft klagt 24-Jährigen wegen angedrohtem Amoklauf an

Die Trierer Staatsanwaltschaft hat einen 24-Jährigen angeklagt, weil er im November 2017 einen Amoklauf an der Uni Trier angedroht hatte.

Die Polizei sprach damals von einer „herausragenden Bedrohungslage“. Im November 2017 hatte ein damals 23-Jähriger über das soziale Netzwerk Jodel einen Amoklauf für den nächsten Tag an der Uni Trier angekündigt. Der Mann schrieb, dass er am nächsten Morgen eine Jura-Vorlesung im größten Hörsaal der Uni, dem Audimax, mit einer halbautomatischen Waffe stürmen wolle. Zahlreiche Nutzer der Plattform sahen die Nachricht des 23-Jährigen und informierten die Polizei. Diese ermittelte in Zusammenarbeit mit dem Betreiber des Netzwerks den Nutzer und stürmte dann in der Nacht die Wohnung des Mannes und nahm ihn fest.

Zunächst war unklar, ob dieser noch Komplizen hat. Am Morgen nach der Ankündigung sicherte die Polizei das Uni-Gelände weiträumig. Die Uni forderte die Studenten auf, zu Hause zu bleiben.

Die Ermittlungen hätten keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass der Tatverdächtige tatsächlich vorhatte, einen Amoklauf durchzuführen, sagte der zuständige Oberstaatsanwalt Manfred Stemper aus Trier volksfreund.de. Die Staatsanwaltschaft gehe nach einem psychiatrischen Sachverständigengutachten davon aus, dass der Angeschuldigte, der unter einer psychischen Störung leide, „im Zustand verminderter Schuldfähigkeit handelte“, so Stemper.

Anfang Juli habe die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mittlerweile 24-jährigen Mann wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten erhoben. Das Amtsgericht Trier müsse nun entscheiden, ob es die Anklage zulasse und ob es zu einer Verhandlung gegen den Mann komme.

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