Stadt Trier setzt auf "Hilfs-Sheriffs"

Stadt Trier setzt auf "Hilfs-Sheriffs"

TRIER. (fcg) Um das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken, will die Stadt Trier private Ordnungskräfte engagieren. Sie sollen bei Streifengängen durch die Innenstadt Präsenz zeigen, beobachten und Hilfe anbieten. Über hoheitliche Befugnisse sollen sie nicht verfügen, sondern im Bedarfsfall die Polizei oder den kommunalen Vollzugsdienst rufen.

Basierend auf einer von der CDU initiierten Befragung der Bürger, die sich "mehr Aktivitäten im Bereich innere Sicherheit wünschten", hat die Verwaltung auf Antrag der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Trier am Donnerstag eine Vorlage eingebracht, die nach kontroverser Diskussion gemeinsam mit der Unabhängigen Bürgervertretung Maximini (UBM) verabschiedet wurde. Kernaussage: Zunächst befristet für ein Jahr sollen zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens eingesetzt werden, die "nach Art des guten, alten Schutzmanns Präsenz zeigen". Diese privaten Kräfte sollen für die Bürger anhand ihrer Dienstkleidung als solche erkenn- und ansprechbar sein.Als Einsatzorte sind für die so genannten "City-Scouts" zunächst die Innenstadt und öffentliche Park- und Erholungsanlagen vorgesehen. Dort sollen sie Streife gehen und "präventiv tätig werden". In den Fällen des Jedermanns-Festnahmerechts nach Paragraph 127 der Strafprozessordnung seien sie auch befugt, "Personen festzuhalten, die auf frischer Tat angetroffen oder verfolgt wurden", heißt es in der Verwaltungsvorlage. Keinesfalls sei jedoch daran gedacht, die Sicherheitskräfte "bis an die Zähne zu bewaffnen".Die Verwaltung beziffert die Kosten auf 75 500 Euro jährlich und stellt heraus, dies sei im Vergleich zur Einstellung zweier kommunaler Vollzugsbeamter um 11 500 Euro günstiger. Zudem könnten die "City-Scouts" nach Bedarf angefordert und folglich auch nachts an bestimmten Brennpunkten eingesetzt werden.Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Albrecht hob in seiner Begründung hervor, die zu geringe Einsatzstärke der Polizei sowie die steigende Kriminalität erforderten seitens der Kommunalpolitik eine Reaktion. Demgegenüber geißelte SPD-Fraktionschef Friedel Jäger die geplanten privaten Sicherheitskräfte als "kostümierte Figuren ohne jegliche Befugnis". Er verlangte stattdessen die Aufstockung des kommunalen Vollzugsdienstes. Strikte Ablehnung dokumentierten die Grünen. Sie warnten davor, Rechtsradikalen könne eine Chance geboten werden, öffentlich aktiv zu werden. Die UBM machte Bedenken geltend, stimmte jedoch unter der Voraussetzung zu, die Maßnahme auf ein Jahr zu befristen.

Mehr von Volksfreund