Start nach Maß

So eindrucksvoll hat selten jemand seine Ankündigungen eingelöst wie das neue Leitungsteam am Trierer Theater. "Theater-Lust" hatte Intendant Gerhard Weber versprochen, und der Start in die Debüt-Spielzeit geriet ausgesprochen lustvoll.

Zählt man den anstehenden "Maskenball" hinzu, dann hat die neu formierte Truppe innerhalb von 14 Tagen fünf hochkarätige Premieren und ein spektakuläres Fest auf die Beine gestellt, nebst der Umgestaltung des Foyers. Das Tempo ist atemberaubend, die Belastung für die Mitarbeiter freilich auch. Aber zumindest im Moment wirkt es so, als wehe ein neuer Teamgeist durchs Haus - und der wird auch nötig sein, wenn die hohe Erwartungshaltung, die ein solch furioser Start provoziert, über die ganze Spielzeit erfüllt werden soll. Aber der Ansatz, groß zu denken und Spektakuläres zuriskieren, ist vollkommen richtig. Das Theater muss von sich reden machen, wenn es neue Zuschauer anlocken will. Das treue Stammpublikum ist da und bedarf auch weiterhin der Pflege. Die qualitative Substanz und der kulturpolitische Auftrag sind die Basis der Arbeit in diesem hoch-subventionierten Bereich. Doch entscheidend für das Überleben in Zeiten leerer Kassen ist das Akquirieren neuer Publikumsschichten. Die aber schauen nicht nur auf die gediegene Qualität des Programms, sondern auch auf den Event-Charakter und die Anmutung eines Angebots. Und da hat die alte Tante Theater ein bisschen was nachzuholen. In Trier hat das Face-Lifting mit dem Theaterfest begonnen. d.lintz@volksfreund.de