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Statt Siegesfeier ein Trauermarsch - Clintons Anhänger am Boden

Statt Siegesfeier ein Trauermarsch - Clintons Anhänger am Boden

Es sollte eine rauschende Wahlparty werden - und endete als riesige Enttäuschung. Zu feiern hatten Hillary Clintons Anhänger am Wahlabend wahrlich nichts.

Zu Tausenden sind die Anhänger Hillary Clintons zum Jacob-Javits-Kongresszentrum in New York geströmt. Überzeugt von einem bevorstehenden Sieg ihrer Kandidatin wollen die Demokraten am Dienstag in dem mächtigen Glaspalast im Westen Manhattans die 69-Jährige als erste Präsidentin der USA feiern.

Auch Popstar Katy Perry und Bürgermeister Bill de Blasio sind gekommen. Dies werde eine historische Nacht, feuert er die Menschenmenge an: "Lasst uns diese letzte Gläserne Decke durchbrechen". Doch es soll anders kommen.

"Ich kann nicht glauben, dass das gerade passiert", sagt Deborah Thomas, während sie vor dem Gebäude die Wahlergebnisse verfolgt. Denn je weiter der Abend fortschreitet, umso offensichtlicher deutet sich eine Niederlage Clintons an. "So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich bin wirklich deprimiert. Es macht mir Angst", fügt die Frau noch hinzu.

Nicht nur ihr geht es so: Als klar wird, dass der Republikaner Donald Trump das Rennen machen wird, fangen Clintons Anhänger an, die Wahlparty zu verlassen. Erst einzeln, dann in kleinen Gruppen. Einige haben Tränen in den Augen. Aus der geplanten Siegesfeier ist ein Trauermarsch der Enttäuschten geworden.

Dann lässt Clinton noch mitteilen, dass sie in der Nacht zu Mittwoch keine Rede mehr halten werde. "Versucht, etwas Schlaf zu bekommen. Wir werden morgen mehr zu sagen haben", erklärt Wahlkampfchef John Podesta den Anhängern.

"Leute, es wird besser werden", sagt eine Frau und nimmt ihre Freunde tröstend in die Arme. Drinnen versuchen die Veranstalter noch, die Stimmung in der Halle mit fetziger Musik zu heben - vergeblich.

Thalia Cedeno, die wenige Stunden zuvor auf einer Geschäftsreise aus Miami gekommen ist, hat Angst vor tiefgreifenden gesellschaftlichen Verschlechterungen unter Trump, der auch im wichtigen Bundesstaat Florida gewann. "Ich weiß nicht, wie es von morgen an weitergehen wird. Ehrlich gesagt, will ich gar nicht darüber nachdenken."

Ähnlich sieht es Clinton-Anhängerin Grace Barnes: "Trump hat kein Recht auf diesen Job." "Wie sollen wir als Nation vorankommen?", fragt sie. Und ergänzt: "Ich denke, alle werden sehr wütend sein."