Streik in Krankenhäusern

Die Kliniken schlagen Alarm: Höhere Gehälter und Energiekosten lassen die Ausgaben steigen. Die zugesagte staatliche Unterstützung reiche nicht aus, um die Existenz vor allem kleinerer Krankenhäuser zu sichern. Dagegen wollen Ärzte und Pflegepersonal am Dienstag bundesweit demonstrieren - auch Mitarbeiter des Saarburger Krankenhauses beteiligen sich am Klinik-Streik.

(wie) Vielen Kliniken in Rheinland-Pfalz steht das Wasser bis zum Hals: Höhere Personalkosten, gestiegene Energieausgaben lassen die Manager vieler Häuser derzeit mit spitzem Bleistift rechnen. Laut dem Landesverband der Krankenhaus-Direktoren fehlen den 100 Kliniken im Land in diesem und im nächsten Jahr rund 161 Millionen Euro. Die Lage sei ernst, sagt Andreas Wermter, Sprecher der rheinland-pfälzischen Krankenhausgesellschaft. Zwar wird aus seiner Sicht mittelfristig keine Klinik schließen, es werde aber zu Fusionen vor allem von kleineren Häusern kommen. Der Verband der Klinik-Direktoren ist pessimistischer. Dort geht davon aus, dass Kliniken pleitegehen werden.

Das im September von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) zugesagte Hilfspaket für die deutschen Krankenhäuser in Höhe von drei Milliarden Euro reiche nicht aus, um einen "vernünftige Patientenversorgung" sicherzustellen, sagt Andrea Hess vom Landesverband der Gewerkschaft Verdi. Gemeinsam mit der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, der deutschen Krankenhausgesellschaft und Klinikträgern unterstützt Verdi den bundesweiten Protest am Dienstag. In vielen Kliniken soll während der Mittagspause die Arbeit ruhen, Ärzte, Pflegekräfte und Verwaltungsmitarbeiter wollen damit auf die angespannte Situation der Krankenhäuser aufmerksam machen.

Während im Saarland fast alle Kliniken an dem Protest teilnehmen, werden es in der Region nur wenige sein. So soll es im Saarburger Kreiskrankenhaus eine Aktion um die Mittagszeit geben. Die beiden großen Trie rer Kliniken, Brüderkrankenhaus und Mutterhaus, beteiligen sich nicht. Die Versorgung der Patienten gehe vor, heißt es aus den Häusern. Auch im Prümer Krankenhaus und im Marien-Krankenhaus (Trier-Ehrang) sind keine Aktionen geplant. Trotzdem rechnen die Initiatoren des Bundes-Protests mit einer großen Zustimmung. Hunderte Milliarden Euro zur Rettung von Banken seien lockerer durch den Bundestag gegangen, als der Beschluss über mehr Geld für Kliniken, kritisiert Verdi-Funktionärin Hess.