Streit um Kohlekraftwerk mit RWE: Stadtwerke fürchten Millionenverlust

Streit um Kohlekraftwerk mit RWE: Stadtwerke fürchten Millionenverlust

Krach um den Bau eines Kohlekraftwerks in Hamm, an dem die Stadtwerke Trier (SWT) beteiligt sind: Schon bevor dort Strom produziert wird, steht fest, dass das Kraftwerk den Trierern nicht die versprochenen Gewinne bringt.

Nach Informationen des Trierischen Volksfreunds müssen die Stadtwerke Trier (SWT) wegen ihrer Beteiligung am Gemeinschaftskohlekraftwerk (Gekko) in Hamm statt der erhofften Rendite mit Verlusten rechnen. Gründe: Verzögerungen beim Bau und eine geringere Wirtschaftlichkeit des Gekko, als anfangs beim Einstieg in das Projekt erwartet.

Die SWT sind am zusammen mit dem Stromkonzern RWE geplanten Kraftwerksbau mit einem Anteil von 0,6 Prozent und 12,5 Millionen Euro beteiligt. Doch wegen rissiger Kraftwerkskessel aus China verteuerten sich die Kosten von ursprünglich zwei auf 2,4 Milliarden Euro. Nun soll das Kraftwerk erst 2013 fertig werden. Bei der Gesellschafterversammlung Anfang Oktober wollten alle beteiligten 25 Stadtwerke eine Überprüfung der wirtschaftlichen Auswirkungen durchsetzen. Doch der Energieriese verweigert den Blick in die Bücher, wie ein SWT-Sprecher bestätigte.

Einige Stadtwerke haben angekündigt, aus dem Projekt auszusteigen. Die Stadtwerke Dortmund begründen dies auch mit den Kosten der Stromerzeugung, die teurer kommen dürfte, als ein "alternativer Einkauf" auf dem europäischen Strommarkt.

Auch die SWT prüfen einen Ausstieg, eine endgültige Entscheidung steht aber noch aus. Denn in einem von den Stadtwerken beauftragten Gutachten heißt es nach Volksfreund-Informationen, dass ein Abschied vom Projekt die SWT teurer käme als eine weitere Beteiligung; die geschlossenen Verträge erschweren einen Ausstieg ebenso wie eine Klage gegen die RWE.

Dennoch streben die Stadtwerke Trier einen Ausgleich für entgangenen Gewinn an, weil das Kraftwerk später als geplant ans Netz geht. Der Trierer Stadtrat soll voraussichtlich noch in diesem Jahr eine Grundsatzentscheidung über die von Anfang an umstrittene Beteiligung der Stadtwerke treffen.

Mehr von Volksfreund