1. Nachrichten
  2. Themen des Tages

Streit um Nahverkehr in der Region: Bei Bus und Bahn droht Ticket-Chaos

Streit um Nahverkehr in der Region: Bei Bus und Bahn droht Ticket-Chaos

Auf unrentablen Busstrecken sollen künftig nur Schüler transportiert werden. Die Linien würden aus dem Verkehrsverbund Region Trier herausgelöst. Fahrgäste müssten dann bei jedem Umsteigen eine neue Fahrkarte lösen.

Trier. Wer von Neuerburg (Eifelkreis Bitburg-Prüm) mit dem Bus nach Trier fahren will, braucht dafür trotz Umsteigens nur eine Fahrkarte für 10,40 Euro. Auch wer von Trier nach Bernkastel-Kues mit der Bahn bis Wittlich und dann weiter mit dem Bus fährt, kauft dafür nur ein Ticket. Das könnte jedoch schon bald anders werden: Dann muss womöglich wie früher für jeden benutzten Bus oder Zug eine eigene Fahrkarte gelöst werden.

Denn es gibt Überlegungen, den Verkehrsverbund Region Trier (VRT) und damit die einheitliche Tarifstruktur aufzulösen. Dies bestätigte VRT-Geschäftsführerin Veronika Zänglein. Die Inte gration von Bus und Bahn in den Verbund habe vor zehn Jahren "durchaus ihre Berechtigung" gehabt, obwohl schon damals klar gewesen sei, dass die meisten Buslinien überwiegend dem Schülertransport dienten.

Schüler machen bis zu 80 Prozent der Busnutzer in der Region aus. Da wegen sinkender Schülerzahlen genau diese Linien aber immer unwirtschaftlicher würden, werde darüber nachgedacht, diese aus dem VRT zu nehmen.
Der Plan: Nur noch die Hauptstrecken des öffentlichen Busverkehrs bleiben im Verbund und damit in der Tarifstruktur. Auf den Nebenstrecken in den Kreisen würden die bislang für jeden Fahrgast nutzbaren Buslinien zu reinen Schülerbussen gemacht.

Zänglein: "Der VRT hat insbesondere dort eine Berechtigung, wo er dem Kunden einen deutlichen Mehrwert durch gute Anschlüsse und Verknüpfungen zwischen Stadt und Umland bietet, sei es zwischen Trier und der Region oder auch zwischen Städten wie Wittlich und deren direktem Umland."

Die Landesregierung sieht den Plan kritisch. Die Auflösung des VRT führe zu teureren Tickets, weil die Zuschüsse des Landes wegfallen würden, sagte ein Sprecher des rheinland-pfälzischen Verkehrsministeriums. Die Zielsetzung "ein Ticket - ein Tarif" werde als zentral für einen attraktiven Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angesehen. Falle diese weg, führe das dazu, dass viele ÖPNV-Nutzer, vor allem Berufspendler, wieder aufs Auto umsteigen würden. Es bestehe in der Region Trier ein "erheblicher Nachholbedarf" für eine "zukunftsweisende Verkehrsplanung", sagte der Ministeriumssprecher.