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Synode im Bistum Trier: "Jetzt spitzt es sich zu"

Synode im Bistum Trier: "Jetzt spitzt es sich zu"

Sie gehören zu den rund 280 Synodalen: Monsignore Günther Becker (85) und Carolin Müller (21). Sie haben auch an der vierten Vollversammlung der Synode teilgenommen. Mit dem TV sprachen der Älteste und die Jüngste über erste Vorschläge der Sachkommissionen, Bereicherung, Anstrengung und die Körpersprache des Trierer Bischofs.

Sonntagmorgen: Monsignore Günther Becker ist wieder zu Hause in Bad Kreuznach, in einer halben Stunde wird er eine Messe zelebrieren. Und das, obwohl hinter dem 85-Jährigen drei "spannende, sehr intensive, aber auch anstrengende Tage" liegen. Er hat an der vierten Vollversammlung der Synode im Bistum Trier teilgenommen. "Jetzt spitzt es sich zu", fasst der Geistliche zusammen. Heißt: Die Synodalen werden konkreter. Die Sachkommissionen hatten in Koblenz ihre Vorschläge zur künftigen Arbeit im Bistum Trier vorgestellt. Jeder der Synodalen konnte zuhören, mitreden, Rückmeldung geben. Fasziniert hat Becker der Vorschlag, dass Gottesdienste machen soll, wer Charisma hat. Und fasziniert ist er vom Miteinander. "Ich bin froh zu erleben, wie engagiert Frauen und Männer, Hauptamtliche und die Jugend sich gemeinsam einbringen", sagt Monsignore Becker. Vor allem das Selbstbewusstsein der jungen Leute begeistere ihn. "Und die Hauptamtlichen machen Ohren und Herz auf, keiner guckt böse", sagt er und lacht. Sogar die Körpersprache des Trierer Bischofs Stephan Ackermann verrät seiner Meinung nach, dass er den Austausch möchte und interessiert an den Meinungen sei.
Ebenso deutlich sei aber, dass die Entscheidung, welche Empfehlungen tatsächlich umgesetzt werden, beim Bischof liege. Auf die nächste Vollversammlung im September in Saarbrücken freut sich der Älteste. "Dort werden dann die Empfehlungen auf dem Tisch liegen", sagt Becker. Schade fand er, dass er an dem Abendprogramm "Wir machen euch den Hof" des Dekanats Koblenz aus Altersgründen nicht teilnehmen konnte. Aber die Jüngste, Carolin Müller (21), war dabei und ist begeistert. "Einige Höfe waren geöffnet, man konnte etwas essen und trinken, sich weiter gut austauschen und Koblenz kennenlernen", schwärmt sie.
Die Vollversammlung sei in vielerlei Hinsicht wieder bereichernd gewesen. Ihr Bild von Kirche werde immer vielfältiger. "Es gibt zwar viele Gemeinsamkeiten, aber nicht die Pfarrei, die Jugendarbeit oder den Priester", sagt die junge Katholikin aus Bekond. Die Bistumsspitze gebe den Synodalen nicht das Gefühl "Wir stehen drüber".
Als wohlwollend und menschlich hat sie etwa die Haltung der Weihbischöfe, die in Sachkommissionen mitarbeiten und die von Bischof Ackermann, der sich von der Synode beraten lässt, empfunden. Der Bischof gebe auch Rückmeldungen. Einer Sachkommission habe er etwa deutlich gemacht, dass sonntags die Eucharistie der Mittelpunkt des Gottesdienstes sein müsse. "So können die Sachkommissionen klarer weiterarbeiten", sagt Müller. Trotz aller Bereicherung sagt auch sie am Tag danach: "Es war sehr anstrengend, sich intensiv mit den vielen Themen auseinanderzusetzen." In den zehn Sachkommissionen wird nun bis September an den Themen von "Zukunft der Pfarrei" bis hin zu "Vielfalt der Charismen entdecken und wertschätzen" weitergearbeitet.