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Tausende Wildunfälle wären mit einfachen Mitteln vermeidbar

Tausende Wildunfälle wären mit einfachen Mitteln vermeidbar

Feldstudien, aber auch Erfahrungen aus der Region zeigen, dass sich die Zahl der Wildunfälle mit Hilfe blauer Reflektoren verringern lässt. Bisher profitieren Fahrer aber nur dort, wo Jäger diese auf eigene Kosten anbringen. Jagdpächter sehen Land und Kommunen in der Verantwortung.

Jeder vierte Unfall ist ein Wildunfall. 20.365-mal kollidierten Fahrzeuge im vergangenen Jahr auf rheinland-pfälzischen Straßen mit Wildschweinen, Rehen oder Füchsen. Eine Zahl, die sich neuesten Erkenntnissen zufolge drastisch reduzieren ließe. Und zwar mit Hilfe von blauen Reflektoren, die das Wild verscheuchen. "Unsere Feldstudien zeigen, dass die Zahl der Wildunfälle dank der neuen Reflektoren um 75 Prozent zurückgeht", sagt Diether Klein, Sprecher des Landesjagdverbands, der im Kreis Bad Kreuznach eine Teststrecke eingerichtet hat. Auch im Kreis Trier-Saarburg und im Eifelkreis Bitburg-Prüm, wo Jäger freiwillig Tausende der Reflektoren auf Straßenpfosten geschraubt haben, sind die Erfahrungen positiv. "Der Effekt ist phänomenal", sagt Gerd Grebener, Kreisjagdmeister im Eifelkreis Bitburg-Prüm. So passiere auf der B.50 zwischen Bitburg und Oberweis, wo es viele Wildunfälle gab, "momentan überhaupt nix mehr". Heinz Schulten, Vorsitzender der Kreisgruppe Trier-Saarburg, hatte in seinem Revier in Holzerath sonst ein Dutzend Wildunfälle im Jahr. Bisher war es erst ein einziger.

Trotz dieser Erfolge ist eine flächendeckende Einführung der Reflektoren nicht in Sicht. Denn es ist eine freiwillige Leistung der Jäger, sie - für rund 5,50 Euro pro Stück - zu kaufen, anzubringen und zu unterhalten. Da kommen pro Pächter schnell einige Hundert Euro zusammen. Nur stellenweise bekommen sie Unterstützung von Kommunen, Forstämtern oder Sponsoren. Und sie müssen einen Vertrag mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) abschließen, demzufolge sie für alle Folgeschäden haften.

Während Schulten die Versicherungen in der Pflicht sieht, findet Markus Schürmann vom Jagdverband Vulkaneifel, dass dies eine Sache der öffentlichen Hand wäre. Sowohl LBM als auch der Verband der Deutschen Versicherer wollen weitere Studien abwarten, die die Wirksamkeit der Reflektoren prüfen.

Wenn blaues Licht Leben rettet