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Teilen, der neue Trend: Autos, Häuser und jetzt Erzieher

Teilen, der neue Trend: Autos, Häuser und jetzt Erzieher

Montags und dienstags kommt Jan in die Kita, den Rest der Woche Tim: Den Kommunen schweben in ihrer Not Lösungen wie diese vor, bei der sich Kinder einen Kita-Platz teilen. Ab August gilt ein Anspruch auf eine Betreuung für unter Dreijährige. Es fehlen aber 150 000 Plätze.

Teilen zu lernen, ist für die kindliche Entwicklung sehr wichtig. Das muss sich jetzt auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund gedacht haben. Sein Präsident Christian Schramm hat deshalb gestern den Vorschlag gemacht, Kita-Platz-Sharing einzuführen. Mehrere Familien teilen sich einen Betreuungsplatz. Das bringt die Menschen zusammen und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Bei Autos und Ferienhäusern wird ein ähnliches Modell immerhin bereits erfolgreich praktiziert.

Der Teilen-Gedanke kann sogar noch weitergetrieben werden. So schlägt der Hauptgeschäftsführer des Verbandes ein Erzieher-Sharing vor. Damit ließe sich der lästige Fachkräftemangel doch wunderbar umgehen. Beispielsweise am Morgen ein Einsatz in Trier und nachmittags dann in Bitburg. Damit müsste sich doch die Attraktivität des Berufes ungemein steigern lassen.

Mit diesen Vorschlägen könnten die Kommunen endlich auch dieses lästige Problem mit dem Rechtsanspruch auf ein Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren in den Griff bekommen. Immerhin werden nach Angaben des Verbandes offiziell 150.000 Betreuungsplätze zum Stichtag 1. August 2013 fehlen.

Diese Zahl ist für alle Beteiligten so überraschend, dass jetzt eben die besonders innovativen Konzepte hervorgeholt werden müssen. Gerade mal ein halbes Jahrzehnt sind die gesetzlichen Anforderungen bekannt. In kommunale Abläufe umgerechnet, ist das also gerade eben erst entschieden worden. Da konnte sich wirklich niemand auf die Vorgaben einstellen.

Eine gute Nachricht konnte der Städte- und Gemeindebund gestern aber verkünden. Die Kommunen hätten bis auf wenige Ausnahmen 2012 mit einer schwarzen Null abgeschlossen. Dies sei vor allem durch unterlassene Investitionen erkauft worden.