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Teilzeit-Jobs: Unmut in Firmen wächst

Teilzeit-Jobs: Unmut in Firmen wächst

TRIER. (wie/gsb) Sie ist für Frauen oft die einzige Möglichkeit, Job und Familie unter einen Hut zu bringen: Teilzeit-Arbeit. Knapp sieben Millionen Deutsche machen von diesem Angebot Gebrauch. Doch der Unmut wächst - sowohl bei den Arbeitnehmern als auch bei den Firmenbossen.

Teilzeit-Arbeit ist auf dem Vormarsch. Von den 32,5 Millionen Beschäftigten sind rund 21 Prozent Teilzeit beschäftigt. Die Mehrzahl (sechs Millionen) davon sind Frauen. In der Region arbeiten insgesamt 23 669 Menschen, davon 2778 Männer und 20 891 Frauen auf dieser Basis. Teilzeit als klassische Frauenbeschäftigung - sie können so nach Babypause wieder in ihren Job zurückkehren und sich trotzdem um die Familie kümmern. Nicht verwunderlich, dass sich Teilzeit-Jobs vor allem in den klassischen Frauenbranchen konzentrieren: Handel, Gastronomie und Dienstleistungssektor.Doch viele Frauen fühlen sich als Teilzeit-Kräfte abgeschoben und nicht mehr als vollwertige Beschäftigte. "Mein Arbeitsplatz ist schlechter ausgestattet, wie der eines vollbeschäftigten Kollegen. Ganz zu schweigen von den Aufstiegsmöglichkeiten”, erzählt eine Betroffene dem TV . Bei der Gewerkschaft kennt man diese Probleme: Ausgrenzung aus dem Betrieb gehöre zur "traurigen Realität”, sagt Detlef Schieben, Verdi-Geschäftsführer Region Trier. "Bei uns gibt es immer noch eine chinesische Mauer zwischen Vollzeit- und Teilzeitarbeit”, stellt auch der Arbeitszeitexperte des Instituts Arbeit und Technik, Steffen Lehndorff, fest. Es sei kaum möglich, die Arbeitszeit zu reduzieren, ohne im Job zurückstecken zu müssen.Aber auch die Arbeitgeber murren. Für sie hat sich die Situation seit der Einführung des Teilzeit-Gesetzes vor fast drei Jahren kompliziert. Seitdem müssen die Unternehmen auf die exakten Arbeitszeitwünsche ihrer Mitarbeiter eingehen. "Ein grausiges Gesetz”, kommentiert Ingo Becker, Geschäftsführer der Vereinigung Trierer Unternehmer die Situation der Arbeitgeber. Dabei belegen Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung, dass gerade mal 85 000 der insgesamt knapp sieben Millionen Teilzeitbeschäftigten ihre Arbeitszeit aufgrund des seit 2001 gültigen Gesetzes verkürzt haben. Das Gesetz hat offenbar kaum Einfluss auf die wachsende Zahl an Teilzeitjobs, muss auch die Bundesvereinigung der Arbeitnehmer feststellen. Und genauso wenig scheint sich das Gesetz positiv auf den Arbeitsmarkt auszuwirken: Nur bei 15 Prozent aller Teilzeitjobs wurden auch tatsächlich neue Jobs geschaffen.