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Teure Wohnungen in Wittlich, teure Häuser in Trier

Teure Wohnungen in Wittlich, teure Häuser in Trier

Obwohl die Region einen Bauboom erlebt, steigen die Immobilienpreise rasant. Das gilt vor allem für Eigentumswohnungen rund um Trier, Bitburg und Wittlich. Häuser hingegen haben in Teilen der Region an Wert verloren.

Trier. Ein Blick in regionale Immobilieninserate und auf Zahlen des Statistischen Landesamts bestätigt den Eindruck, dass Geringverdiener und junge Familien es in der Region angesichts der hohen Preise schwer haben, Wohnungs- oder Hauseigentümer zu werden. Unter 200 000 Euro kommt man da kaum weg - und Banken wollen Sicherheiten. Schon bei dieser relativ geringen Kaufsumme müsste man 50 000 Euro sparen, um 25 Prozent Eigenkapital vorweisen zu können. Viel Geld. Und die Preise steigen ungebremst.
Eigentumswohnungen: 380 000 Euro. Das war selbst in Trier einst ein Betrag, für den man ein Mehrfamilienhaus in guter Lage bekommen hätte. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Inzwischen wird in der Römerstadt für dieses Geld eine 115 Quadratmeter große Neubauwohnung angeboten. Eine von vielen, die derzeit entstehen. Studenten, die stadtnah in den eigenen Wänden wohnen wollen, sollten reiche Eltern haben: 110 000 Euro kostet ein neues 25-Quadratmeter-Appartment an den Kaiserthermen. 2971 Euro pro Quadratmeter musste man laut Statistischem Landesamt Anfang 2016 zahlen, um in der Römerstadt eine Wohnung zu kaufen. Damit ist Trier in Rheinland-Pfalz die teuerste Stadt nach Mainz. Ähnlich hoch sind die Preise erstaunlicherweise aber auch in den Nachbarkreisen. Rheinland-pfälzischer Spitzenreiter ist Bernkastel-Wittlich mit 2551 Euro pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung, dicht gefolgt vom Kreis Trier-Saarburg (2500 Euro) und dem Eifelkreis Bitburg-Prüm (2351 Euro pro Quadratmeter). Die Arbeitsplätze in den Städten und die Nähe zu Luxemburg dürften dabei eine entscheidende Rolle spielen. Aber vielleicht auch der Trend, dass ältere Menschen ihre viel zu großen Häuser auf dem Dorf gegen neue Apartments in der Stadt eintauschen.
Im Landesschnitt stiegen die Preise für Eigentumswohnungen seit 2014 um 18 Prozent. Wer günstig wohnen will, sollte in die Vulkaneifel ziehen, die sich am anderen Ende der Tabelle wiederfindet: Dort kostet eine Wohnung nur 878 Euro pro Quadratmeter.

Häuser kaufen: Wer in Trier ein Ein- oder Zweifamilienhaus sucht, das weniger als 300 000 Euro kostet, muss sich mit den weniger beliebten Stadtteilen anfreunden oder Handwerker sein. Denn auch, wenn es um Häuser geht, zählt Trier nach Mainz, Landau und Speyer zu den teuersten Städten des Landes (2143 Euro pro Quadratmeter, fast acht Prozent Preissteigerung seit 2014). Das Bild, das die Landkreise abgeben, ist allerdings viel differenzierter als bei den Eigentumswohnungen und hält Überraschungen bereit. So sind Häuser im Kreis Bernkastel-Wittlich (wo die teuren Wohnungen boomen) mit 878 Euro pro Quadratmeter sogar noch günstiger als in der Vulkaneifel (927 Euro pro Quadratmeter). Zudem haben sie - ganz gegen den Landestrend - seit 2014 rund fünf Prozent ihres Wertes verloren. Das gleiche gilt für Häuser im Eifelkreis Bitburg-Prüm (1065 Euro pro Quadratmeter) und der Vulkaneifel.
Im Landesschnitt sind die Hauspreise seit 2014 um zehn Prozent gestiegen. Getoppt wird dies vom Kreis Trier-Saarburg, wo Käufer heute satte 17 Prozent mehr zahlen als vor zwei Jahren (im Schnitt 1751 Euro pro Quadratmeter).

Bauboom: Die Zahlen des Statistischen Landesamts zeigen, dass die Region Trier trotz der hohen Preise aktuell einen beachtlichen Bauboom erlebt. In Trier wurden 2015 genau 907 neue Wohnungen genehmigt. So viele, wie in keiner anderen rheinland-pfälzischen Stadt. Trier-Saarburg liegt mit 775 genehmigten Wohnungen landesweit auf Platz drei. In Bernkastel-Wittlich und dem Eifelkreis Bitburg-Prüm erteilten die Behörden jeweils mehr als 400 Baugenehmigungen und in der Vulkaneifel 171.

Viele der Entwicklungen hängen laut Statistischem Landesamt eng mit der Bevölkerungsentwicklung zusammen. 2015 ist die Stadt Trier im Vergleich zum Vorjahr um mehrere Tausend Einwohner gewachsen - was vor allem an der Zuwanderung von Flüchtlingen lag. Aber auch alle vier Landkreise haben zugelegt. Selbst der zuvor deutlich schrumpfende Vulkaneifelkreis hat im vorigen Jahr 19 Einwohner hinzugewonnen.