Teures Versäumnis

Vielen Mitgliedern des Stadtwerke-Aufsichtsrates und dem ehemaligen Geschäftsführer Ewald Thisse wird ein Stein vom Herzen fallen: Sie bleiben von einer strafrechtlichen Verfolgung verschont. Die Staatsanwaltschaft sieht bislang keine Anhaltspunkte für Untreue.

Allerdings haben die Ermittler klargestellt, was von Kommunalpolitikern und insbesondere vom Trierer Oberbürgermeister Helmut Schröer gern bestritten wird: Thisse hat ein Versäumnis zu verantworten, das die Stadtwerke und damit die Trierer Bürger 1,8 Millionen Euro gekostet hat. Wirtschaftliches Handeln wird stets von einem Risiko begleitet. Doch die dilettantische Weise, in der Thisse beim Parkhaus Ostallee nachteilige Verträge abschloss, wirft Fragen auf: War das Fehlverhalten einmalig, oder gibt es weitere, der Öffentlichkeit nicht bekannte, Vorfälle dieser Art? Warum verteidigt der Trierer OB Thisse im Fall des Parkhauses so vehement, obwohl ihm die Sachlage bekannt ist? Auf einem Fall basierend sollte kein Urteil gefällt werden, doch auch die Wirtschaftsdaten des Konzerns sprechen nicht für Thisse. In seiner zehnjährigen Amtszeit fuhren die Stadtwerke nur kärgliche Gewinne ein - als Monopolist. Nachfolger Martin Cirener schraubte das Ergebnis hingegen in Rekord verdächtige Höhen - unter starkem Wettbewerbsdruck. f.giarra@volksfreund.de