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Tonnenweise Felsen in Bewegung

Tonnenweise Felsen in Bewegung

Der Kröver Felssturz vor 18 Jahren war das spektakulärste Ereignis dieser Art in der Region, aber nicht einmalig. Immer wieder stürzen Gesteinsmassen von Felswänden. Auch Bahnstrecken sind betroffen.

Trier. (wie) 60 000 Kubikmeter Gestein donnerten am 23. Mai 1992 in Kröv (Bernkastel-Wittlich) von einem Schieferfelsen. Tagelang drohte der Fels in die Mosel zu stürzen, eine Überflutung des Weinortes drohte. Schließlich wurde der Fels durch eine Sprengung gezielt zum Absturz gebracht, eine Katastrophe wurde verhindert.

Der Kröver Felssturz, der damals bundesweit Schlagzeilen machte und Tausende Schaulustige an die Mosel lockte, war das spektakulärste Ereignis dieser Art in der Region - aber nicht das einzige.

Immer wieder gibt es Felsstürze, bislang gab es aber in der hiesigen Gegend dadurch keine Toten. Ein etwa fünf Tonnen schwerer Schieferbrocken stürzte an Ostersamstag 1996 auf die Bundesstraße 53 zwischen Traben-Trarbach und Enkirch (Bernkastel-Wittlich). Fünf Jahre später lösten sich ein paar Kilometer weiter zwischen Traben und Wolf tonnenweise Geröll und Erde aus dem Felsen und blockierten ebenfalls die Bundesstraßen.

Zu einer Beinahekatastrophe kam es kurz vor Weihnachten 1998 auf der Bahnstrecke zwischen Trier und Luxemburg. Bei Palzem-Wehr (Trier-Saarburg) donnerten zentnerschwere Dolomitbrocken aus einer Felswand auf die Gleise. Ein Regionalzug prallte gegen die auf den Schienen liegenden Steine, zwei Waggons entgleisten, vier Zug-insassen wurden verletzt. Auch entlang der Saarstrecke Richtung Saarbrücken kam es immer wieder zu Felsstürzen auf die Schienen. Daher investiert die Bahn derzeit mehrere Millionen Euro in die Hangsicherung entlang der Strecke.

Auch in Saarburg kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Hangrutschen. Aus einer brüchigen Felswand lösten sich mehrmals massive Steinstücke und fielen auf die darunter liegende Kreisstraße - wie durch ein Wunder wurde dabei keiner verletzt. Vor drei Jahren stürzten wieder in Kröv tonnenschwere Gesteinsbrocken aus einer 20 Meter hohen Felswand auf einen Feldweg, niemand wurde verletzt. Glück hatten vor zwei Jahren auch die Bewohner einer Straße in Bernkastel. 30 Tonnen Gestein begruben ein unbesetztes Auto unter sich.