Trierer Bischof glaubt nicht an Rückkehr von Tebartz-van Elst

Trierer Bischof glaubt nicht an Rückkehr von Tebartz-van Elst

Der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst lässt sein Amt vorerst ruhen. Das teilte der Vatikan mit. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann glaubt nicht, dass der 53-Jährige in sein Bistum zurückkehren wird (mit Interview als Audio-Datei).

Auf die Minute genau zwei Tage nach seinem lang erwarteten Gespräch mit Papst Franziskus hat der katholische Oberhirte gestern Mittag dem Limburger Bischof Tebartz-van Elst eine Art Ruhepause verordnet. Der Heilige Stuhl halte es für angeraten, Franz-Peter Tebartz-van Elst "eine Zeit außerhalb der Diözese zu gewähren", heißt es wörtlich in einem Bulletin.

Damit nimmt der Vatikan den unter anderem wegen eines millionenschweren Umbaus seiner Bischofsresidenz ins Kreuzfeuer geratenen Kirchenmann zumindest vorerst aus der Schusslinie. Wie lange, ist offen. Allerdings wird in dem Bulletin auf eine von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Kommission verwiesen, die derzeit die Kosten des Limburger Umbaus unter die Lupe nimmt. Wenn der Kommissionsbericht vorliegt, dürfte es auch über die Zukunft des Limburger Bischofs eine Entscheidung geben.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann begrüßte die Entscheidung des Vatikans. Das mindere für alle Beteiligten den Druck, sagte Ackermann im Gespräch mit unserer Zeitung. Zugleich bekräftigte der Trierer Bischof seine Einschätzung, wonach er nicht an eine Rückkehr von Tebart-van Elst nach Limburg glaubt. "Meine Skepsis bleibt. Daran hat sich nichts verändert", sagte Ackermann.

Der Vatikanexperte Ludwig Ring-Eifel spricht von einer "salomonischen Entscheidung des Papstes". Franziskus habe erkannt, dass der Limburger Bischof sein Amt einfach nicht mehr ausüben könne, weil ihm an Teilen der Basis das Vertrauen fehle. "Und er hat erkannt, dass ein weiteres Machtvakuum in Limburg schädlich wäre", sagte der gebürtige Trierer Ring-Eifel dem Volksfreund.

Um dieses Machtvakuum zu füllen, wird auf Entscheidung des Vatikans der neue Limburger Generalvikar Wolfgang Rösch sein Amt sofort antreten statt erst Anfang Januar. "Er soll ein Mann sein, der Konflikte moderieren kann", sagt Experte Ring-Eifel.

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