Trierer Bischof suspendiert zwei Priester nach Missbrauchsvorwürfen

Trierer Bischof suspendiert zwei Priester nach Missbrauchsvorwürfen

Im Bistum Trier gibt es neue Missbrauchsvorwürfe gegen zwei katholische Priester, die sich vor Jahrzehnten an minderjährigen Messdienern vergangen haben sollen. Das Bistum hat die Geistlichen suspendiert, die Staatsanwaltschaft ermittelt.

In mehreren saarländischen Kirchen werden sich die Gläubigen am kommenden Sonntag auf einen neuen Prediger einstellen müssen. Grund: Der Trierer Bischof und kirchliche Missbrauchsbeauftragte Stephan Ackermann hat zweien seiner Priester untersagt, die heilige Messe zu feiern und Sakramente zu spenden. Die beiden Saarländer, ein 70-jähriger Ruhestandsgeistlicher aus Saarbrücken und ein 69 Jahre alter Pfarrer aus Lebach-Gresaubach, sollen sich vor Jahrzehnten an minderjährigen Messdienerinnen und Messdienern vergangen haben.

Nach Angaben von Bischofssprecher Stephan Kronenburg wurden die Vorwürfe erst jetzt bekannt. Im Fall des Saarbrücker Ruhestandsgeistlichen habe das Bistum durch polizeiliche Ermittlungen davon erfahren, sagt Kronenburg, ohne weitere Details zu nennen. Nach Informationen unserer Zeitung soll es sich bei dem Ruhestandsgeistlichen um den Priester handeln, der vor einem Jahr an Weihnachten in seinem Saarbrücker Pfarrhaus von Unbekannten überfallen und schwer verletzt wurde.

Bislang hieß es, vom Täter fehle jede Spur. Offenbar gibt es aber inzwischen eine Spur - und möglicherweise auch eine Verbindung zu dem drei Jahrzehnte zurückliegenden Missbrauch zweier Messdienerinnen. War der Überfall auf den Priester etwa ein verspäteter Racheakt? "Ich habe keine Kenntnis davon", sagte ein Sprecher der Saarbrücker Staatsanwaltschaft auf Volksfreund-Anfrage.

Der zweite katholische Priester soll sich Anfang der 70er Jahre mehrfach an einem damals elfjährigen Messdiener vergangen haben. Der Geistliche war seinerzeit Kaplan in der Trierer Pfarrei Herz Jesu. Gestern ging die Selbstanzeige bei der Trierer Staatsanwaltschaft ein. Nach Angaben des Bistums haben beide Geistlichen die Vorwürfe eingeräumt.

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