Trittin und das „Elf-Liter-Auto“

Trittin und das „Elf-Liter-Auto“

BERLIN. Er predigt Drei-Liter-Autos, lässt sich aber von einem Audi A 8 durch die Gegend kutschieren: Umweltminister Jürgen Trittin und andere Minister wurden fahrzeugtechnisch durch die Anfrage eines FDP-Abgeordneten geoutet.

Mit schöner Regelmäßigkeit mahnt Umweltminister Jürgen Trittin die Autohersteller, sich doch endlich auf verbrauchsärmere Fahrzeuge zu besinnen. Eine weitere Reduzierung des Flottenverbrauchs sei schon aus ökologischer Sicht geboten, hieß es erst kürzlich wieder aus seinem Haus.

Das brachte den FDP-Abgeordneten Volker Wissing auf die Idee, einmal nachzuforschen, wie es um die Dienstfahrzeugflotte der Bundesregierung bestellt ist. Die Antworten auf seine parlamentarische Anfrage sind ernüchternd. Ingesamt unterhalten Regierung und nachgelagerte Behörden etwa 25 300 Fahrzeuge – ganze drei davon sind so genannte Drei-Liter-Autos. Auch hat sich der Durchschnittsverbrauch der Benzinfahrzeuge in den letzten sieben Jahren kontinuierlich erhöht. 1998 waren es noch 10,99 Liter auf 100 Kilometer gewesen. Im Vorjahr schluckten die Karossen bereits 11,84 Liter.

Zwangsläufig wurde dann auch unter der Motorhaube kräftig aufgerüstet. Zu Beginn der rot-grünen Machtübernahme brachten es die Behördenfahrzeuge noch auf durchschnittlich 120 PS (87,75 KW). 2004 lag die Leistung schon bei 170 PS (123,33 KW). Immerhin konnte das Bundesumweltministerium seine Pferdestärken in Zaum halten: Seit 1998 ging die durchschnittliche Motorleistung um stolze drei PS auf 152 PS zurück. Der Treibstoffverbrauch lag vor sieben Jahren bei 11,3 Liter pro 100 Kilometer. 2004 waren es „nur“ noch 10,5 Liter. Von einem sparsamen Dienst-Pkw hält allerdings auch Jürgen Trittin herzlich wenig. Er lässt sich mit einem Audi A8 durch die Lande kutschieren. Fazit von Wissing: Es sei ja verständlich, dass Minister gern in großen Wagen säßen. „Aber dann sollen sie nicht Drei-Liter-Autos predigen und Elf-Liter-Autos fahren.“

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