Trump in Frankreich: Donald Trumps neuer bester Freund

Trump in Frankreich: Donald Trumps neuer bester Freund

Emmanuel Macron hat Donald Trump bei seinem Paris-Besuch mit einer Charmeoffensive umworben. Nicht einmal eine sexistische Bemerkung über Brigitte Macron konnte das Bild der Harmonie trüben.

Es war ein Abschied unter Freunden, der am Freitag um 12.21 Uhr vor der Ehrentribüne an der Pariser Place de la Concorde stattfand. Donald Trump umarmte Emmanuel und Brigitte Macron, hielt lange die Hände der beiden und fuhr dann unter Winken in seiner gepanzerte Limousine davon.

Mit dem Abgang des US-Präsidenten und seiner Frau Melania endeten 27 Stunden einer Charmeoffensive, die Macron gegen seinen Kollegen geführt hatte. Der französische Staatschef hatte alle Trümpfe von Paris ausgespielt: Empfang vor dem Invalidendom, Essen auf dem Eiffelturm, Militärparade auf den Champs Élysées. Und der sonst so missmutig wirkende Trump war sichtlich begeistert. "Unsere Freundschaft ist unzerstörbar", versicherte er bei der gemeinsamen Pressekonferenz. Das war noch vor dem "Dinner unter Freunden", das die beiden Paare am Donnerstagabend im Sternerestaurant Jules Verne auf dem Eiffelturm zusammenbrachte. "Toller Abend mit Emmanuel Macron und Mrs. Macron", twitterte Trump hinterher.

"Mrs. Macron" schien vor allem wegen des Altersunterschieds, der sie von ihrem Mann trennt, das Interesse Trumps geweckt zu haben. Schon bei der Begrüßung schüttelte er der französischen Première Dame auf seine virile Art die Hand, die er sonst für seine männlichen Kollegen parat hat. Auch eine seiner üblichen sexistischen Bemerkungen konnte der Präsident sich nicht verkneifen (siehe Extra). Brigitte Macron nahm daraufhin den Arm von Melanie Trump und trat einen Schritt zurück. Als Kompliment dürfte die 64-Jährige die Äußerung nicht aufgefasst haben.

Eine beleidigte Reaktion auf den peinlichen Ausrutscher konnte sich das französische Präsidentenpaar aber nicht leisten. Emmanuel Macron hatte den US-Präsidenten als Ehrengast zum französischen Nationalfeiertag eingeladen, um die Beziehungen zu verbessern. Trump solle wieder "in den Kreis" zurückgebracht werden, begründete Regierungssprecher Christophe Castaner den Besuch. Doch den 71-Jährigen sollen weniger diplomatische Gründe nach Paris gebracht haben. Laut Washington Post kam der Militär-Fan vor allem, um die legendäre Truppenparade auf den Champs Élysées zu sehen.
In diesem Jahr nahmen auch US-Soldaten teil, um an den Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren zu erinnern. 3720 Soldaten, 211 Fahrzeuge und 241 Pferde zogen vorbei.

Am meisten begeisterten Trump allerdings die 63 Flugzeuge, die die Prachtmeile überflogen und ihn immer wieder zu Kommentaren hinrissen. Mehrmals stand der US-Präsident auf, um den Soldaten zu applaudieren.
"Der Besuch von Donald Trump und seiner Frau ist das Zeichen einer immerwährenden Freundschaft", sagte Macron in seiner kurzen Ansprache nach dem Ende des zweistündigen Spektakels. "Nichts wird uns trennen."

Vergessen schienen die Differenzen, die der französische Präsident selbst klar benannt hatte, nachdem Trump das Pariser Klimaabkommen aufgekündigt hatte. In einer Ansprache auf Englisch hatte er damals seine Antwort in den Slogan "Make our planet great again" gepackt, der an Trumps "Make America great again" erinnerte. Am Donnerstagabend versicherte der 39-Jährige, dass er die Entscheidung Trumps respektiere. "Die Meinungsverschiedenheit darf nicht die Gespräche über andere Themen behindern."

Mehr von Volksfreund