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Umweltschützer zeigen Trierer Bischof die Gelbe Karte

Trier. Viele Bischöfe predigen Wasser und trinken Wein. Das jedenfalls behauptet die Deutsche Umwelthilfe, die kritisiert, dass viele Kirchenobere Klimakiller-Limousinen fahren. Der Trierer Bischof bekam die "Gelbe Karte".

Trier. "Viele Bischöfe predigen ihren Kirchengemeinden richtigerweise die Notwendigkeit des Klimaschutzes, haben aber selbst Benzin im Blut." Das sagt Jürgen Resch, der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Die Organisation hat die Dienstwagen des Spitzenpersonals der Kirche unter die Lupe genommen. Ergebnis: Nur vier von 46 kirchlichen Würdenträgern bekommen die "Grüne Karte" für emissionsarme Dienstfahrzeuge. Das Besondere daran: Unter den Bestplazierten ist kein katholischer Bischof.

"Ein enttäuschendes Ergebnis", meint DUH-Geschäftsführer Resch und fordert: "Die deutschen Bischöfe sollten ihre Klimaschutzrhetorik auch für sich selbst ernst nehmen und aktiv zum Schutz des Klimas beitragen." Triers Bischof Stephan Ackermann muss das Ergebnis nicht allzu sehr besorgen. Mit seinem Dienstwagen, einem 530er BMW Diesel samt CO-Ausstoß von 150 Gramm pro Kilometer, rangiert der 48-Jährige im oberen Mittelfeld. Heißt: Ein paar Gramm weniger, und schon gäbe es einen Freibrief der Deutschen Umwelthilfe. Klingt doch verlockend, oder? "Nein", sagt Ackermann-Sprecher Stephan Kronenburg, "der Bischof steigt nicht um." Die Vorliebe für eine stärkere Motorisierung teilt Ackermann mit seinem Vorvorgänger Hermann Josef Spital. Von dem war bekannt, dass er ein Freund flotter Flitzer war.

Um Spitals Vorlieben für schnelle Autos rankte sich zwischen Eifel, Mosel und Hunsrück so manches Gerücht. Mal wurde dem Bischof angeblich wegen Rasens der Führerschein abgenommen, mal gab\'s deshalb nur ein Knöllchen, mal hatte sich Hermann Josef Spital angeblich einen Ferrari geleistet. Dagegen klingen die Klimakiller-Vorwürfe gegen die heutigen Kirchenoberen doch wirklich langweilig. sey