Ungarns Regierung erbost: Anleihen auf Ramschniveau herabgestuft

Budapest · Nun bereitet auch Ungarn in der EU immer mehr Sorgen. Das Land gerät mit seiner Wirtschafts- und Finanzpolitik zunehmend unter Druck. Die Ratingagentur Moody\'s und die Finanzmärkte strafen das Land ab.

Budapest. Ungarische Staatsanleihen sind nur noch "Ramsch" - auf dieses Niveau stufte die Ratingagentur Moody\'s die Kreditwürdigkeit des EU-Landes herab. Die Regierung in Budapest reagierte am Freitag heftig. Dies sei ein "spekulativer Angriff" und keineswegs begründet, Haushalts- und Konjunkturdaten hätten sich günstig entwickelt. An den Finanzmärkten wuchs die Besorgnis, die Kreditausfallversicherungen stiegen sprunghaft. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban berief eine Krisensitzung mit Wirtschaftsexperten ein. Analysten in Budapest rechnen mit einer Erhöhung des Leitzinses am kommenden Dienstag, um den Verfall der Landeswährung Forint zum Euro zu stoppen.
In der Nacht zum Freitag hatte die Ratingagentur Moody\'s die Kreditwürdigkeit des osteuropäischen Landes um eine Stufe von "Baa3" auf "Ba1" gesenkt und damit auf Ramschniveau. Hintergrund ist die hohe Staatsverschuldung Ungarns. Erst vor kurzem hatte das Land den Internationalen Währungsfonds (IWF) und die EU um Finanzhilfe gebeten. Ungarn ist Mitglied der EU, gehört aber nicht zur Euro-Zone.

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