Unpopulär, aber richtig

Einmal mehr haben die USA am Wochenende eine UN-Resolution zu Fall gebracht, mit der das Vorgehen Israels gegen die Palästinenser verurteilt werden sollte. Und einmal mehr hat Washington damit bewiesen, dass es - trotz vielfältiger Kritikpunkte in anderen Bereichen - hier den Mut zu unpopulären, aber richtigen Entscheidungen hat.

Natürlich sind die Bilder toter Frauen und Kinder, die aus den Trümmern eines Hauses in Bet Hanun geborgen und dann den wartenden Medienvertretern zur Fotostunde präsentiert wurden, nur schwer erträglich. Doch Israel hat diese Tragödie mit einer technischen Panne bei der Angriffs-Zielplanung begründet, und für Zweifel daran und an der Erschütterung auch in Israel über diese Ereignisse gibt es keinen Anlass. Denn in Jerusalem hat man längst die bittere Erfahrung verinnerlicht, dass die Weltöffentlichkeit üblicherweise mehr Anteil an palästinensischen Opfern nimmt als an Opfern der Gegenseite - und deshalb kann es gar nicht im Interesse Israels sein, mit besonderer Rücksichtslosigkeit vorzugehen. Die jetzt gekippte UN-Resolution - übrigens auf Drängen arabischer Staaten auf die Tagesordnung gesetzt - litt zudem wie so oft bei der Nahost-Thematik unter krasser Einseitigkeit. Denn der wesentliche, auch moralisch bedeutsame Unterschied der Kriegsführung beider Seiten sollte eigentlich für jedermann mittlerweile klar ersichtlich sein: Während die Palästinenser seit dem Abzug der IDF-Truppen aus Gaza mit ihren nicht enden wollenden Raketenabschüssen auf israelische Siedlungen vorsätzlich und bewusst Terror, Tod und Leid vor allem unter die Zivilbevölkerung bringen wollen, konzentriert sich die israelische Militärführung darauf, Extremisten ins Fadenkreuz zu nehmen - wobei Zivilisten meist dann zu Schaden kommen, wenn sie entweder den Gewalttätern Unterschlupf bieten, ihnen auf anderem Wege Hilfe leisten oder eine Festnahme vereiteln wollen. Eine UN-Resolution, will sie fair sein, kann dies ebenso wenig ignorieren wie das Brandstifter-Feuerlöscher-Prinzip. Denn nach der Aufgabe Gazas gibt es für die Palästinenser keinen nachvollziehbaren Grund mehr, Israels Bürger zu attackieren. nachrichten.red@volksfreund.de