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Unwetter "verhageln" Pfingsten

Unwetter "verhageln" Pfingsten

Eine Kaltluftmasse traf von Westen kommend auf schwülheiße Luft über Deutschland. Das Ergebnis waren zwei gewaltige Unwetterfronten am Freitag und Samstag, die insbesondere den Menschen in dieser Region das Pfingstfest im wörtlichen Sinne verhagelten. Millionenschäden an Gebäuden und Fahrzeugen waren die Folge.

Ralingen-Wintersdorf/Kenn/Bernkastel-Kues. Die erste Unwetterfront mit Sturm und Hagel näherte sich der Region am Freitag gegen 23 Uhr. Besonders hart traf es die Gemeinde Ralingen-Wintersdorf am deutsch-luxemburgischen Grenzfluss Sauer (Kreis Trier-Saarburg). Dort prasselten ab 23.30 Uhr Hagelkörner in der Größe von Hühnereiern vom Himmel. Als sich nach etwa 20 Minuten die Natur über Wintersdorf wieder beruhigte, waren rund 80 Prozent aller Gebäude mehr oder weniger beschädigt. In einigen Fällen wurden komplette Dächer vom Hagel zerschlagen. Auch an rund 20 Autos entstand erheblicher Sachschaden. Blitz zerstört elektrische Einrichtung

In Godendorf, ebenfalls Großgemeinde Ralingen, zerstörte zur gleichen Zeit ein Blitzeinschlag die gesamten elektronischen Einrichtungen eines Aussiedlerhofs. Ein weiterer Brennpunkt des Wettergeschehens war ein Einkaufszentrum in Kenn bei Schweich. Der erste Hagelsturm am Freitag beschädigte das Flachdach, wodurch sich die Zwischendecke mit Wasser vollsog. Beim zweiten Unwetter am Samstag nach 19 Uhr wurde der Real-Markt erneut schwer getroffen. Da nun die Statik des Gebäudes überprüft werden muss, bleibt der Markt mindestens bis Mitte der Woche geschlossen. Der Schaden bewegt sich im sechs- bis siebenstelligen Bereich. Wegen der Unwetter über der Region mussten auch eine Reihe von Veranstaltungen vorzeitig beendet oder unterbrochen werden. In Konz-Niedermennig flogen am Samstagabend bei einem Winzerhoffest zwei Festzelte davon. Zeltlager mussten abgebrochen werden

In Trier-Pfalzel wurde am Samstagabend ein Zeltlager der Malteser Jugend abgebrochen, nachdem dort bereits am Freitagabend ein Zelt davongeflogen war. Rund 140 Mädchen und Jungen sowie ihre Betreuer zogen kurzfristig in eine Turnhalle um. Noch schwerer traf es am Samstagabend ein Pfadfinder-Zeltlager bei Bernkastel-Kues. Die Bilanz der Unwetternacht dort: Eine verletzte Pfadfinderin, die ins Krankenhaus gebracht wurde, fünf zerstörte Zelte und ein demoliertes Auto. Die rund 600 Pfadfinder konnten jedoch dank Mithilfe der örtlichen Feuerwehr ihr Zeltlager fortsetzen. Bereits beim ersten Unwetter am Freitag hatten die Veranstalter einer Open-Air-Kinonacht in Trittenheim (Kreis Bernkastel-Wittlich) nur mühsam ihre Aufbauten sichern können.Weinreben stark beschädigt

 In Trier-Ehrang gingen bis zu kirschengroße Hagelkörner nieder. TV-Foto: Gabriela Böhm
In Trier-Ehrang gingen bis zu kirschengroße Hagelkörner nieder. TV-Foto: Gabriela Böhm

Starke Schäden in Weinbergen gab es vor allem zwischen Trittenheim und Wintrich. Reben und Triebspitzen wurden dort abgeschlagen. Wie groß der Schaden ist, den das Unwetter verursacht hat, kann zurzeit noch nicht abgeschätzt werden. Manche Winzer glauben, dass der Hagelschlag sogar Auswirkungen auf die kommenden Jahre haben könnte. Glimpflich kam die Stadt Trier davon, wo einige Bäume umknickten und eine Bahnunterführung im Stadtteil Ehrang volllief. Beim zweiten Unwetter am Samstag wurde gegen 18.50 Uhr vorsichtshalber das Gelände des Europa-Volksfestes in den Mosel auen geräumt. Um 20.15 Uhr konnte dort der Spaß aber schon weitergehen.