1. Nachrichten
  2. Themen des Tages

US-Präsident Obama in Berlin: Seine Rede, seine Versprechen

US-Präsident Obama in Berlin: Seine Rede, seine Versprechen

Die Rede vor dem Brandenburger Tor am Mittwoch war der Höhepunkt der Deutschland-Reise von US-Präsident Barack Obama. Er kündigt dabei an, dass die USA ihre Atomwaffen reduzieren wollen. Der Trierer USA-Experte Gerd Hurm kritisiert, dass Obama in vielen Punkten zu vage bleibt.

Eine gute Rede, aber keine, die in die Geschichtsbücher eingehen wird: So beurteilt der Leiter des Zentrums für Amerikastudien an der Uni Trier, Gerd Hurm, die Rede von US-Präsident Barack Obama vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Obama hat vor allem die Begriffe Freiheit und Gerechtigkeit in den Mittelpunkt der halbstündigen Rede gestellt. Legendäre Worte wie "Ich bin ein Berliner" (US-Präsident Kennedy 1963 in Berlin) oder "Tear down this wall" (auf Deutsch: "Reißen Sie diese Mauer nieder", US-Präsident Reagan 1987) fehlten in der Rede.
Trotzdem bemühte Obama historische Bezüge. Er sagte Menschen in Staaten, die sich in einer politischen Übergangsphase befinden, Unterstützung zu. "Auch sie sind Bürger Berlins, wir müssen ihnen helfen und wir müssen sie unterstützen - jeden Tag", sagte er in Anspielung auf die Rolle der USA beim Wiederaufbau in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Die deutsch-amerikanische Freundschaft stellte Obama als beispielhaft dar. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte die transatlantische Partnerschaft als "Schlüssel zu Freiheit, Sicherheit und Wohlstand für alle."

Die Rede habe sich in erster Linie an die Innenpolitik in den USA gerichtet, sagt der Trierer Experte Hurm. Obama, der als gescheiterter und mittlerweile machtloser Präsident gelte, versuche damit, das Heft des Handelns wieder in die Hand zu bekommen, etwa bei der Abrüstung.

Der US-Präsident kündigte an, die Zahl der atomaren Sprengköpfe der USA um bis zu ein Drittel zu reduzieren. Hurm glaubt nicht, dass Obama die Macht hat, das durchzusetzen. Auch die erneute Ankündigung, das Gefangenenlager Guantánamo zu schließen, hält er für folgenlos.

Vieles in der Rede sei vage gewesen, sagt Amerika-Kenner Hurm. So nenne Obama den Klimawandel die Bedrohung unserer Zeit und fordere dazu auf, mehr in erneuerbare Energien zu investieren. Aber auch dafür fehle Obama das Durchsetzungsvermögen im eigenen Land. wie/dpa

Die Rede von US-Präsident Obama im Wortlaut

Kommentar: Eine wunderbare Geschichte

Ganz Berlin steht still für den US-Präsidenten

Obama: USA wollen Atom-Sprengköpfe reduzieren

Bundeskanzlerin Merkel im Internet-«Neuland»

Report: La-Ola für Obama - Erst am Brandenburger Tor jubelt Berlin

US-Spähprogramme: Obama verspricht mehr Transparenz

Obama: Deutschland nicht Ausgangspunkt für Drohnenangriffe

Obama und Steinbrück erörtern Schuldenkrise

Report: Obama beschwört den «Spirit of Berlin»

Protokoll des Obama-Besuchs

Analyse: Peer Steinbrück zwischen Schein und Sein
Extra: Obama schwitzt in Berlin