Verbale Muskelspiele

Demokraten, die den Auftritt Arnold Schwarzeneggers auf dem Republikaner-Parteitag in New York verfolgt haben, dürfte der Hollywoodstar in seiner politischen Außenwirkung als Conan der Barbar vorgekommen sein: Wer Zweifel am Wirtschaftsaufschwung habe, sei ein Waschweib.

Und im übrigen seien auch Andersdenkende - gemeint waren dabei zweifelsfrei mit John Kerry liebäugelnde Wechselwähler - bei den Republikaner herzlich willkommen, die eine einzige große, verständnisvolle Familie seien, in der man sich auch als Einwanderer den amerikanischen Traum erfüllen könne. Hinter solchen schmalztriefenden Worten spürt man die Handschrift eines Seifenoper-Dramaturgen. Denn das wirkliche Leben hat allgemeinhin mit Hollywood nichts zu tun: Die Republikaner sind nicht nur wertkonservativ, sondern auch ideologisch weitgehend unbeweglich. Das beste Indiz dafür ist, dass zwar als moderat geltende Parteimitglieder gelegentlich ans Rednerpult durften, doch ihre Meinungen keine Chancen hatten, im Programm der Bush-Anhänger auch nur ansatzweise berücksichtigt zu werden. Kein Zweifel also: Das Herz der Partei von Ronald Reagan, George W. Bush und Donald Rumsfeld - der angesichts der Folterskandale erst gar nicht nach New York reiste - schlägt weiter rechts. Darüber können auch die verbalen Muskelspiele des "Gouvernator” nicht hinweg täuschen. nachrichten.red@volksfreund.de