Verbraucher im Wechselfieber

Jeder zweite Stromkunde hat es bereits getan - den Anbieter gewechselt, um Geld zu sparen. Wie geht der Wechsel, worauf ist zu achten? Der Trierische Volksfreund gibt Tipps.

Trier. Wechseln ist in. Scheute sich vor einem Jahr noch ein Großteil der Verbraucher, den Stromanbieter zu wechseln, war es im vergangenen Jahr schon fast jeder Zweite, der seinem Anbieter den Rücken kehrte. Tendenz: Weiter steigend. Vor allem Billiganbieter wie die Berliner Flexstrom GmbH profitieren von dem gestiegenen Wechselwillen der Verbraucher. Nach eigenen Angaben wechseln rund 20 000 Kunden im Monat zu dem Unternehmen. Was man allerdings wissen sollte: Entscheidet man sich für das Angebot, muss man im Voraus festlegen, wie hoch der Jahresverbrauch sein wird. Dieses "Paket" muss vor Vertragsbeginn bezahlt werden, verbraucht man weniger, gibt es kein Geld zurück, liegt der Verbrauch darüber, muss man nachzahlen. Laut dem unabhängigen Verbraucherportal Verivox, mit dem der TV die Preise verschiedener Anbieter verglichen hat, ist Vorauskasse mittlerweile kein Problem mehr. Die Gefahr, dass Anbieter Pleite gingen, sei relativ gering. Verbraucherschützer warnen allerdings vor diesen Paketangeboten. Da der Grundversorger zur Belieferung mit Strom gesetzlich verpflichtet ist, bestehe zu keinem Zeitpunkt Gefahr, ohne Strom dazustehen, heißt es bei Verivox. "Der Wechsel erfolgt unmerklich; eine zuverlässige Stromversorgung ist zu jedem Zeitpunkt garantiert."Ein Wechsel ist einfach: Kunden müssen lediglich den Wechselauftrag ausfüllen und unterschrieben zurücksenden. In der Regel übernimmt der neue Anbieter die Kündigung beim bisherigen Versorger. Bei Vorauskasse-Angeboten sollte man seinen jährlichen Stromverbrauch in etwa kennen. Hier einige Richtwerte: Singles: 1500 Kilowattstunden, Paare: 2800 kWh, Kleinfamilien: 4000 kWh, Familien: 6000 kWh. Auch nach einem Wechsel wird sich der lokale Netzbetreiber weiter um die Wartung des Stromzugangs kümmern. Der Stromzähler muss nicht aus- oder umgebaut werden. Auch der Strom kommt nach wie vor über das lokale Stromnetz. Der neue Anbieter speist den verbrauchten Strom in das allgemeine Stromnetz ein und zahlt dem lokalen Netzbetreiber ein Netznutzungsentgelt. Weitere Informationen gibt es unter www.verivox.de oder unter der kostenfreien Telefonnummer 0800/8080890 (Montag bis Freitag 8 bis 20 Uhr und samstags 9 bis 16 Uhr).