Verdacht: Vater misshandelt Baby

Verdacht: Vater misshandelt Baby

Ein sechs Monate altes Baby wurde in Bitburg offenbar schwer misshandelt. Im Februar wurde es wegen Knochenbrüchen in einem Trierer Krankenhaus behandelt, bereits im Januar war es in der Klinik wegen Verdachts auf Schütteltrauma. Verdächtigt wird der 32-jährige Vater, er sitzt in Untersuchungshaft.

Bitburg/Trier. (wie) Es müssen unglaubliche Schmerzen gewesen sein, die das damals fünf Monate alte Mädchen aus Bitburg hatte, als es Mitte Februar ins Trierer Mutterhaus eingeliefert wurde Die Ärzte stellten bei ihm mehrere Rippenbrüche fest, beide Unterarme waren gebrochen. Schnell bestand der Verdacht auf Misshandlung. Das zuständige Jugendamt bei der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm wurde informiert. Dort reagierte man umgehend, nahm das Kind nach einem Beschluss des Bitburger Amtsgerichts in Obhut und gab es in eine Pflegefamilie, wie Geschäftsbereichsleiter Stephan Schmitz-Wenzel gestern auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte. Bereits im Januar bestand der Verdacht einer Misshandlung. Damals wurden bei dem Kind mehrere Blutergüsse am Kopf, ein Brandfleck an der linken Hand und ein Schütteltrauma diagnostiziert. Der Vater des Kindes, der getrennt von der 19-jährigen Mutter lebt, gab damals an, das Mädchen nach einem angeblichen Atemstillstand geschüttelt zu haben. "Diese Erklärung schien uns plausibel", sagt Schmitz-Wenzel. Das Jugendamt stellte eine sozialpädagogische Familienhilfe. Die Großmutter des Mädchens zeigte nach dem zweiten Klinikaufenthalt den Vater an. Die Staatsanwaltschaft ermittelte. Seit drei Wochen sitzt der 32-Jährige, der bereits wegen Körperverletzung eines fremden Kindes vorbestraft sein soll, in Untersuchungshaft. Er soll "mit brachialer Gewalt" sein Baby misshandelt haben. Laut Staatsanwaltschaft hat das Kind nur durch viel Glück überlebt. Die Großmutter hat gegen die Entscheidung des Jugendamtes, das Kind seiner Mutter wegzunehmen, Widerspruch eingelegt. Nächste Woche wird das Oberlandesgericht in Koblenz über diesen Widerspruch entscheiden. GESELLSCHAFT