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Verspätungen, Ausfälle, Überfüllung: Bahn-Chaos auf der Eifelstrecke - Seit Anfang Dezember dauernd Pannen

Verspätungen, Ausfälle, Überfüllung: Bahn-Chaos auf der Eifelstrecke - Seit Anfang Dezember dauernd Pannen

Bahnfahrer in der Region brauchen starke Nerven: Seit dem Fahrplanwechsel vor sechs Wochen gibt es täglich Verspätungen oder Zugausfälle auf der Eifelstrecke zwischen Köln und Trier. Auch auf anderen Strecken hakt es.

Dienstag, kurz vor 13 Uhr. Der Zug von Trier nach Köln ist auf der Eifelstrecke mit vier Minuten Verspätung unterwegs. Nur vier Minuten. Reisende, die regelmäßig diese Strecke nutzen, berichten von Verspätungen von bis zu 50 Minuten, Zugausfällen und überfüllten Zügen. Zwischen Köln und Trier soll es seit dem Fahrplanwechsel vor Weihnachten keine Fahrt ohne Probleme gegeben haben, sagen Pendler.

Es sind allerdings keine alten Züge, die für Frust bei den Bahnfahrern sorgen, sondern neue vom Typ Lint. Diese fahren erst seit ein paar Monaten auf der Eifelstrecke. "Die Züge zeichnen sich durch eine absolut inakzeptable Unzuverlässigkeit aus", sagt Thomas Geyer, Direktor des für den Schienenpersonennahverkehr in der Region zuständigen Zweckverbands SPNV Nord. Fast ein Viertel aller Züge zwischen Trier und Köln habe in den vergangenen Tagen Verspätungen gehabt. Mal sind es geplatzte Kühlschläuche, mal defekte Getriebe, die die vom Hersteller Alstom gebauten Lint-Züge ausfallen lassen. Zehn von 56 Zügen seien täglich in der Werkstatt, sagt ein Bahnsprecher. Ersetzt werden sie durch alte Züge, die bereits früher dort fuhren. 231 Mängel habe man Alstom seit dem Fahrplanwechsel gemeldet, so der Bahnsprecher. "Die Bahn muss unverzüglich für Besserung sorgen", fordert der Bitburg-Prümer Landrat Joachim Streit.

Im Vergleich scheint es auf der Strecke Trier-Koblenz sowie zwischen Trier, Saarbrücken und Mannheim besser zu laufen. Doch auch beim dort eingesetzten Zugtyp Flirt des Herstellers Stadler gibt es laut Bahn Probleme mit der Technik; Fahrgäste beschweren sich über zu schwache Heizungen. Laut SPNV Nord haben 13 Prozent der Züge Verspätungen von mehr als fünf Minuten. Ziel sei es, auf unter fünf Prozent zu kommen.

Auch Richtung Luxemburg verspäten sich Züge. Ein Grund: Die von der Luxemburger Bahn eingesetzten Kiss-Züge von Bombardier können nicht wie geplant mit Flirt-Zügen in Trier zusammengekuppelt werden. Softwareprobleme sollen schuld sein. Probleme auch auf der Moselbahn zwischen Perl (Saarland) und Trier: Hier sind kleine Zugeinheiten unterwegs, dadurch sind die Züge vor allem morgens und nachmittags überfüllt.

Zu kurz, zu spät, zu voll

Fortsetzung der fatalen Pannenserie