Viel Geld, mehr Image

Wer im Vorjahr stundenlang in Trier im Stau stand, wer als Wingerts-Besitzer über verdreckte und zerstörte Weinberge klagte oder wer mit in freier Natur rasenden Sportwagen ehedem nichts anfangen kann, wird sich fragen: Braucht die Region die Rallye-WM? Wer aber ans Image (und auch an die Geldbeutel) denkt, wird diese Frage mit Ja beantworten können. Die Rallye ist die größte Veranstaltung rund um Trier, bringt geschätzte 20 Millionen Euro und unbezahlbare Fernseh-Zeiten. Dass das Rennen lange auf der Kippe stand, lag eher daran, dass sich andere Länder nach einer derartigen Veranstaltung sehnen - und eine Rallye ohne jede Auflagen präsentieren können, teilweise auf Staatskosten finanziert. Dass die Deutschland-Rallye, wie jedes Großereignis, im Vorjahr unter erheblichen "Kinderkrankheiten" in puncto Sicherheit und Verkehrsführung litt, ist dann zu verschmerzen, wenn ab Freitag alles in geordneten bahnen abläuft. Der ADAC als Veranstalter hat alles dafür getan, hat die Strecken und die Wertungsprüfungen entzerrt. Wenn aber wieder hunderte von verrückten Fans die Strecke blockieren, kann auch der Veranstalter nichts dafür. Jeder einzelne Zuschauer sollte sich an Regeln und Vorschriften halten - denn sonst war es das letzte Mal, dass ein WM-Lauf in Zentral-Europa stattfindet. Dann müssten Deutsche, Belgier oder Franzosen bis in den Nahen Osten reisen. Und dann wäre die Region Trier um ein (sportliches) Aushängeschild und zahlreiche Hoteliers und Pensionsbesitzer um viele Euro ärmer. b.pazen@volksfreund.de