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Viel Kritik und ein bisschen Rückenwind

Viel Kritik und ein bisschen Rückenwind

Was die rheinland-pfälzischen Parteifreunde zum drohenden Rauswurf Björn Höckes sagen.

Trier Die Entscheidung für ein Parteiausschlussverfahren gegen den thüringischen AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke stößt in der rheinland-pfälzischen AfD überwiegend auf Zustimmung. Kritik an einem möglichen Rauswurf Höckes äußerte allerdings der Konzer AfD-Landtagsabgeordnete Jens Ahnemüller. Er hält zwar die Höcke-Äußerungen zum deutschen Geschichtsverständnis für "inhaltlich zu hart" und "taktisch nicht klug", aber einen Parteiausschluss rechtfertigten sie nicht. Dafür müssten schon gravierende Gründe vorliegen, sagte Ahnemüller unserer Zeitung. Auf der Facebookseite des Konzer AfD-Politikers ist er auf einem Foto an der Seite Höckes zu sehen. Der umstrittene thüringische Landesvorsitzende war im Oktober vergangenen Jahres auf einer Parteiveranstaltung der Trier-Saarburger AfD zu Gast. Jens Ahnemüller ist AfD-Kreisvorsitzender.
Andere rheinland-pfälzische AfD-Politiker gehen derweil auf Distanz zu Björn Höcke. Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion, Jan Bollinger, sagt am Montag, dass die Rede der Partei eher geschadet als genutzt habe, sei unstrittig.
Der rheinland-pfälzische Parteivorsitzende Uwe Junge hatte Höcke bereits im Januar wegen seiner Äußerungen kritisiert. Er bringe die AfD damit in ein Fahrwasser, in das sie nicht hineingehöre. Höckes Ausflüge in die Zeit des Dritten Reichs seien kontraproduktiv, so der Mainzer Partei- und Fraktionschef.
Klare Worte kamen dazu am Montag auch vom Trierer Landtagsabgeordneten Michael Frisch. Beim Thema Nationalsozialismus dürfe es in der AfD keinerlei Zweideutigkeiten geben, sagte Frisch unserer Zeitung. Frisch bezeichnete die Höcke-Äußerungen als "nicht akzeptabel". Die AfD habe "in diesem Punkt eine klare Position. Solche Aussagen darf man bei uns nicht machen."
Michael Frisch sagte, er unterstütze deshalb das Parteiausschlussverfahren gegen Höcke, auch wenn der thüringische Landesvorsitzende "für die Partei einiges geleistet" habe. Zwar sieht auch Frisch nun die Gefahr innerparteilicher Flügelkämpfe, glaubt allerdings auch, dass die AfD nun womöglich auch für jene wählbar werden könne, die Höcke zuvor abgeschreckt habe.