Viele Erstklässler in der Region Trier laut Schulärzten verhaltensauffällig

Trier · Immer mehr Kinder, die in die Grundschule kommen, können sich schlecht konzentrieren, sind unruhig oder haben Sprachstörungen. Das zeigt eine Volksfreund-Umfrage bei den Gesundheitsämtern in der Eifel, an der Mosel und in Trier. Dadurch steigt der Förderbedarf an den Schulen - die darauf nicht vorbereitet sind.

 Grundschüler. Foto: Patrick Seeger/Archiv

Grundschüler. Foto: Patrick Seeger/Archiv

Fehlende Konzentration, Ausdauer und Aufmerksamkeit, gestörtes Sozialverhalten, Bewegungsprobleme: Immer mehr Kinder sind der bei der Einschulung auffällig. Das bestätigen die Gesundheitsämter der Region. Die Zahl der Einschulungen, die ohne Bedenken erfolge, sei rückläufig, sagt der Trierer Gesundheitsamtschef Harald Michels. Mangel gebe es auch bei den sprachlichen Fähigkeiten einiger Kinder, heißt aus dem Gesundheitsamt Bernkastel-Wittlich. Genaue Zahlen können die Ämter allerdings nicht vorlegen.

"Es werden heute mehr Kinder mit Förderbedarf eingeschult", sagt Volker Schneiders, Leiter des Dauner Gesundheitsamts. Bis zu fünf Prozent der Kinder eines Jahrgangs müssten gefördert werden, sagt Susanne Heicappell, ärztliche Leiterin des Zentrums für Frühförderung in Trier. Das bestätigen Grundschulleiter. Die Schulen stellt der Förderbedarf aber vor Probleme, da dieser in den Lehrplänen eine zu geringe Rolle spiele und auch entsprechendes Personal fehle.

Gründe für die Auffälligkeiten sieht Schneiders in der Reizüberflutung durch Smartphone und Spielekonsole und in mangelnder Bewegung. Das führe dazu, dass diese Kinder eher unruhig seien. Das Wittlicher Gesundheitsamt erkennt zudem eine Verschiebung von körperlichen hin zu psychischen Erkrankungen bei den Grundschülern.

Dass Kinder wegen Auffälligkeiten zurückgestellt werden, also erst ein Jahr später zur Schule gehen sollen, ist, so die hiesigen Gesundheitsämter, eher die Ausnahme. Das hängt mit dem rheinland-pfälzischen Schulgesetz zusammen. Das sieht vor, dass alle Kinder, die vor September sechs Jahre alt werden, eingeschult werden; eine Zurückstellung soll nur in begründeten Fällen aus gesundheitlichen Gründen erfolgen. Die Schulen sollen auffällige Kinder entsprechend fördern.

Insgesamt bewerten die Schulärzte der Region den Gesundheitszustand der künftigen Erstklässer als gut. Einen Grund dafür sehen sie in den verpflichtenden Vorsorgeuntersuchungen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort