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Kleinlaster erfasst mehrere Menschen
Was wir über die Todesfahrt in Münster wissen

Münster. Noch ist unklar, welche Hintergründe der Vorfall mit vier Toten in der Münsteraner Innenstadt hat. Wir fassen zusammen, welche Informationen bisher gesichert sind und was noch nicht geklärt ist. Judith Conrady

Was wir wissen

  • In der Innenstadt von Münster ist am Samstag ein Kleinlaster in eine Gruppe von Menschen gefahren, die im Außenbereich der Gaststätte "Kiepenkerl" saßen. Nach Angaben von NRW-Innenminister Herbert Reul wurden dabei drei Menschen getötet, etwa 30 weitere verletzt. Zunächst hatten die Behörden von vier Toten gesprochen. Einige der Verletzten sind noch in Lebensgefahr. Der Fahrer erschoss sich nach Angaben der Polizei nach der Tat selbst. Nach Angaben von Reul ist der Mann inzwischen identifiziert, er war deutscher Staatsbürger.
  • Die Polizei ist mit zahlreichen Kräften vor Ort und hat Teile der Altstadt abgeriegelt. Anwohner sollen den Bereich meiden. Auch Hubschrauber sind im Einsatz. Wegen einer angekündigten Demonstration von Kurden waren zum Tatzeitpunkt viele Polizisten in der Innenstadt. Die Demonstration war für 15.30 Uhr angekündigt, der Vorfall ereignete sich etwa zur gleichen Zeit.
  • Die Uniklinik Münster hat die Bevölkerung bei Twitter zum Blutspenden aufgerufen.
  • Wie unsere Redaktion erfuhr, hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet bereits mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem NRW-Innenminister Herbert Reul telefoniert. Reul hat sich auf den Weg nach Münster gemacht. Im Innenministerium des Landes ist ein Krisenstab eingerichtet.

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Was wir nicht wissen:

  • Unklar sind die Hintergründe der Tat. Nach Angaben von NRW-Innenminister Reul spricht derzeit nichts für einen terroristischen Hintergrund. Nach Informationen unserer Redaktion war der mutmaßliche Täter bereits durch Suizidabsichten auffällig geworden. Andere Medien berichten ebenfalls, der Mann sei bereits psychisch auffällig geworden. Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt, der mutmaßliche Täter sei Jahrgang 1969. Die Behörden haben diese Informationen bisher nicht kommentiert.
  • Derzeit läuft nach Informationen unserer Redaktion eine Hausdurchsuchung im Bereich der Friedrich-Ebert-Straße in Münster. Es soll sich um die Wohnung des mutmaßlichen Täters handeln. Gegen 20.15 Uhr gab es dort einen lauten Knall, nach Informationen unserer Redaktion wurde eine kontrollierte Sprengung durchgeführt. Die Polizei gibt derzeit keine offizielle Stellungnahme dazu ab.
  • Nicht ganz klar ist auch noch, ob der Mann alleine handelte oder ob ihm geholfen wurde. Nach Angaben der Polizei gibt es Gerüchte, dass zwei weitere Menschen aus dem Transporter gesprungen und geflüchtet seien. Solchen Hinweisen muss die Polizei nachgehen, bisher gibt es aber offenbar keine konkreten Anhaltspunkte.