Von Bier-Botschaftern und Serienmördern

Von Bier-Botschaftern und Serienmördern

Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist zweifellos einer der populärsten Politiker im Land. An seinem Sprachgebrauch kann das allerdings nicht liegen.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist zweifellos einer der populärsten Politiker im Land. An seinem Sprachgebrauch kann das allerdings nicht liegen. Da sagt der SPD-Mann schon mal Sachen wie: "Die Aushändigung eines Reisepasses polizeipräventorisch zu unterbinden, war exekutivisch nicht mehr beeinflussbar." Ins Deutsche übersetzt heißt das: Die Ausgabe des Passes polizeilich zu verhindern, war nicht möglich. Aber warum einfach, wenn's auch kompliziert geht. Apropos Steinmeier: Vielleicht wird der Minister ja etwas lockerer, wenn er am 23. April einen Botschafterposten übernimmt. Gemeint ist eine Einladung des Deutschen Brauer-Bundes, der den Außenamtschef am "Tag des deutschen Bieres" zum "Botschafter des Bieres 2008" küren will. Tatsächlich lässt Steinmeier für ein Bier gern auch guten Wein stehen. Na dann, Prost! Bayern ist für die SPD bekanntlich ein schwieriges Pflaster. Das musste der sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete Florian Pronold kürzlich wieder erfahren. Erst wurde er vom bayerischen Fernsehen zu einer Talk-Runde über die Krise der CSU eingeladen. Doch dann kam plötzlich eine Absage. Begründung der Fernseh-Macher laut Pronold: Nur CSU-Politiker dürften sich zur CSU-Krise äußern. Worüber sich Pronold natürlich furchtbar ärgerte. "Das wäre genauso, als würde man in eine Sendung über Serienmörder nur Serienmörder einladen und keine Staatsanwälte", schimpfte er. Hoffentlich macht das Beispiel nicht Schule. Zu den witzigen Gesellen im Regierungsviertel gehört Guido Westerwelles Fraktionssprecher Christoph Steegmans. "Greifen Sie zu", ermunterte der schlacksige junge Mitarbeiter des FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzenden die Journalisten, die zum traditionellen Pressefrühstück erschienen waren. Es war der Tag nach dem Kabinettsbeschluss über die erhöhte Rente. "Der Aufstrich auf den Brötchen ist seit heute 1,1 Prozent dicker". Das Gelächter steigerte sich noch, als Steegmans hinzufügte: "Ab 2012 wird Ihnen das aber wieder weggenommen."

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