Vorfahrt für die Bahn

Geht es an das Kürzen staatlicher Zuschüsse, ist stets der Aufschrei Betroffener groß, selbst wenn das Sparen leere Kassen sanieren soll. Kreist der Rotstift jedoch drohend über den Bundesgeldern zur Finanzierung des Schienen-Regionalverkehrs, droht bei aller Anerkennung für Konsolidierungsbemühungen am falschen Ende gekappt zu werden.

In diesem Falle stehen Investitionen in die Zukunft auf dem Spiel: Sie helfen den Ballungsräumen, ihre wachsenden Verkehrsströme zu bewältigen und sichern dem ländlichen Raum wenigstens ein Mindestmaß an Mobilität - und damit auch an lebenswichtiger Attraktivität. Rheinland-Pfalz hat in den letzten zehn Jahren mit seinem Takt-Modell immense Fortschritte beim Nahverkehr erreicht. Die drohen verspielt zu werden, wenn der Bund die Mittel zusammenstreicht statt stetig aufzustocken, wie ursprünglich sogar einmal in der Revisionsklausel zugesagt. Natürlich muss das Land sein ausgefeiltes Modell auch immer wieder auf den Prüfstand stellen. Niemand kann es sich leisten, teuer bezahlte Züge leer durch die Landschaft rollen zu lassen. Doch ein Fahrgastzuwachs von fast 100 Prozent zeigt, dass die Angebote insgesamt gut angenommen werden. Steigende Benzin-Preise und die Kürzung der Pendler-Pauschale werden ein Übriges dazutun. Weniger Bundesgeld hieße dagegen weniger Angebote und erneut teurere Fahrkarten. Das kann niemand ernsthaft wollen. j.winkler@volksfreund.de

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