Vorteil SPD

Dass die SPD in ihrem Wahlmanifest das Soziale wieder entdeckt, ist nicht überraschend. Nur mit linken Tugenden können sich die Genossen noch gegen die Übermacht des bürgerlichen Lagers auf der einen und der linken Protestpartei auf der anderen Seite stemmen.

Dass die SPD in ihrem Wahlmanifest das Soziale wieder entdeckt, ist nicht überraschend. Nur mit linken Tugenden können sich die Genossen noch gegen die Übermacht des bürgerlichen Lagers auf der einen und der linken Protestpartei auf der anderen Seite stemmen. Schon seit Wochen sind SPD-Chef Franz Müntefering und Kanzler Gerhard Schröder deshalb dabei, die Reform-Agenda 2010 zwar zu lobpreisen, sie jedoch Stück für Stück zu modifizieren, ihr ein sozialeres Antlitz zugeben. Natürlich ist dieser linke Kuschelkurs ein durchschaubares, ein taktisches Manöver. Die Genossen haben aber nichts mehr zu verlieren, und bei den Inhalten treiben sie so geschickt die Union vor sich her. Das rote Lager kann jetzt befreit aufspielen, bestes Beispiel ist die populistische, aber wenig effektive Millionärssteuer. Die Union steht vielmehr nun unter Zugzwang. Dort wird heftig gerungen, wie schonungslos man im Wahlkampf sein soll. Denn die Angst vor dem Machtverlust geht bei den Länderfürsten um, wenn eine unionsgeführte Bundesregierung nicht schnell Erfolge aufweisen kann. Mittendrin: Eine zaudernde Kanzlerkandidatin Angela Merkel. Sie selbst ist sich über ihren eigenen Kurs nicht im klaren - je länger dies aber so bleibt, desto größer wird der ausspielbare Vorteil von Gerhard Schröder sein.

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