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Waldreiche Region Trier gilt als idealer Lebensraum für Wölfe

Waldreiche Region Trier gilt als idealer Lebensraum für Wölfe

Nach neuen Erkenntnissen über wenig schreckhafte Wölfe ist in Rheinland-Pfalz die Debatte über die Tiere wieder entbrannt. Erste Stimmen fordern schon einen Abschied von der „Willkommenskultur“. Kann der Wolf dem Menschen doch gefährlich werden?

Ziemlich neugierig und deutlich weniger scheu als erwartet haben sich in den vergangenen Monaten Wölfe eines Rudels in Niedersachsen gezeigt. In einem Fall folgten sieben Wölfe einer Frau und ihren beiden Hunden sogar bis zum Auto. Auch durch lautes Schreien ließen sich die Tiere nicht vertreiben. In Niedersachsen, aber auch im Nachbarbundesland Schleswig-Holstein wird inzwischen darüber diskutiert, wie die Wölfe auf Abstand gehalten werden können. Wölfe, die keine Scheu mehr vor Menschen zeigten, würden zunehmend zum Problem, meint auch Landesjagdverbandspräsident Kurt Alexander Michael. Auf dem Bundesjägertag in Dresden forderten Michael und seine Kollegen jetzt in einem sechsseitigen Positionspapier, den Schutz der Wölfe zu lockern. Bei Michael Billen, dem forstpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, rennt der Jägerpräsident offene Türen ein. "Wir müssen dem Wolf klarmachen, dass der Mensch sein Feind ist", sagt Billen. Deshalb komme man nicht daran vorbei, aus einem Rudel auch mal ein, zwei Tiere zu schießen. Auch der neue Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau, Michael Horper, sieht die "Willkommenskultur für Wölfe" skeptisch. "Schön, dass die Wölfe da sind", sagt Horper, aber man müsse die Population in Grenzen halten.

Experten schätzen, dass bundesweit 300 Wölfe unterwegs sind. Zuletzt wurde in Rheinland-Pfalz 2012 ein Wolf im Westerwald entdeckt und wenig später von einem Jäger erschossen. Jägerpräsident Kurt A. Michael glaubt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Wölfe auch in Rheinland-Pfalz wieder heimisch werden. Als besonders geeigneten Lebensraum für die Tiere sieht die landeseigene Stiftung Natur und Umwelt wegen ihres Waldreichtums die Region Trier an. Landesforstministerin Ulrike Höfken (Grüne) sagte bei der Vorstellung eines Leitfadens für Wölfe, seit der Rückkehr der Tiere nach Deutschland vor 15 Jahren sei kein Mensch von einem Wolf angefallen worden. Weil der Wolf eine streng geschützte Art sei, stelle sich die Frage der Bejagung nicht.

Im nächsten Sommer kehrt der Wolf zurück