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Warum es gut für Uli Hoeneß ist, dass er seine Strafe akzeptiert

Warum es gut für Uli Hoeneß ist, dass er seine Strafe akzeptiert

Ex-Bayern-Boss Uli Hoeneß hat die im Steuerprozess gegen ihn verhängte Strafe akzeptiert und seine Ämter beim FC Bayern abgegeben. Das finden Rechtsexperten aus Trier auch vernünftig, denn eine Revision hätte Hoeneß wohl noch auf Jahre belastet.

Der Trierer Strafrechtsprofessor Bernd Hecker hält die Entscheidung von Uli Hoeneß, die Haftstrafe zu akzeptieren, für vernünftig: "Das Landgericht München hat alle Strafmilderungsgesichtspunkte so weit wie möglich ausgeschöpft und ist zu einem relativ milden Urteil gelangt." Immerhin habe die mögliche Höchststrafe zehn Jahre betragen, sagt Hecker.

Auch der Trierer Strafechtsverteidiger Otmar Schaffarzcyk spricht von einem klugen Schachzug des Ex-Bayern-Chefs. Im Falle einer Revision würde es seiner Ansicht nach bis zu einem Jahr dauern, bis das Urteil rechtskräftig gewesen wäre. "Solange hätte das Ganze wie ein Damoklesschwert über Hoeneß gehangen."

Schaffarzcyk geht davon aus, dass Hoeneß nicht sofort in den offenen Vollzug kommt, also nur nachts im Gefängnis sein muss. Er müsse wohl erst eine Zeit lang absitzen.

Warum akzeptiert Hoeneß die Strafe? "Vielleicht ist er als Fußballer gewohnt, Tatsachenentscheidungen hinzunehmen", sagt der Trierer Psychologe Richard Tank. Und warum ist er zum Steuersünder geworden? "Er war wohl, wie wir alle, gierig", meint Tank.