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Was hat Rheinland-Pfalz von Trump zu erwarten? Fragen an eine US-Expertin

Bleiben die US-Truppen in Rheinland-Pfalz, leidet die Wirtschaft im Land unter der neuen Politik Amerikas? US-Expertin Sarah Wagner beantwortet die Fragen von TV-Redakteur Bernd Wientjes.

Was ändert sich unter Trump?
Sarah Wagner: Die politische Kommunikation wird schärfer und direkter, vor allem dank Twitter. Trump wird auch weitaus forscher als Obama auf der Weltbühne auftreten. Er wird Amerikas Interessen und Ziele enger definieren, zeitgleich wird die amerikanische Politik unter Trump und dessen Führungsstil unberechenbarer und womöglich auch widersprüchlicher.

Was bedeutet das für Rheinland-Pfalz?
Wagner: Hinsichtlich der konkreten Auswirkungen auf Rheinland-Pfalz und auf die Militärpräsenz gilt der Grundsatz: abwarten. Sein designierter Verteidigungsminister James Mattis setzt auf ein starkes Militärbündnis und die damit verbundene US-Truppenpräsenz in Europa, Trump sieht die Rolle der Nato und die Stationierung der Amerikaner im Ausland dagegen deutlich kritischer.

Und was ist mit der rheinland-pfälzischen Wirtschaft?
Wagner: Die USA sind für Rheinland-Pfalz der zweitwichtigste Handelspartner im Bereich Export. Eine starke Nachfrage aus den USA ist für die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz wichtig. Allerdings gingen auch im Jahr 2016 die Exporte in die USA schon um rund neun Prozent zurück. Donald Trumps Kritik an Freihandelsabkommen und sein Fokus auf Made in America deuten auf eine weitaus protektionistischere Handelspolitik hin und könnten daher den negativen Trend noch fortsetzen. wie

Sarah Wagner, Jahrgang 1984, ist Politikwissenschaftlerin und arbeitet an der Atlantischen Akademie in Kaiserslautern. Sie hat in Trier studiert.