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Was jeder Einzelne für sein Wohlergehen tun kann

Was jeder Einzelne für sein Wohlergehen tun kann

Glück ist, wenn Hormone das Gehirn überfluten. Es ist vergänglich. Doch für das langfristige Wohlergehen lässt sich einiges tun - die Trierer Präsidentin der Gesellschaft für Positiv-Psychologische Forschung erklärt, was.

Trier. Liebe? Geld? Sex? Yoga vielleicht? Oder die Fähigkeit, sich selbst zu lieben? Was macht glücklich? Auch die neue, in Trier gegründete Deutsche Gesellschaft für Positiv-Psychologische Forschung sucht Antworten auf die Frage, wie der Mensch ein besseres, zufriedeneres Leben führen kann. Die Trierer Uni-Professorin Michaela Brohm-Badry ist Präsidentin dieser Gesellschaft und Dekanin des Fachbereichs für Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie.
Auf die Frage, was Glück überhaupt ist, antwortet sie aus verschiedenen Perspektiven: "Aus psychologischer Perspektive wissen wir, dass Glück ein kurzfristiger Zustand ist", sagt sie. Aus biochemischer Sicht sei es eine Überflutung des Gehirns mit den Hormonen Oxytozin, Serotonin und Dopamin, die Opium im Gehirn erzeugten. Ein vorübergehender rauschhafter Zustand also. Langfristig spreche man jedoch von Wohlbefinden. Dieses empfinde man dann, wenn man mit seinen eigenen Vorstellungen vom Leben in Übereinstimmung sei.
Eine gute Nachricht ist: Jeder Einzelne kann etwas tun, um sein Wohlbefinden zu steigern. Dieses sei abhängig von fünf Faktoren, sagt die Professorin. Erstens: von positiven Gefühlen. "Das Leben ist einfach schöner, wenn ich denke, es entwickelt sich positiv", sagt Brohm-Badry. Zweitens: Wenn man für eine Sache brennt und sich engagiert. Drittens: Wenn man positive Beziehungen aufbaut. Viertens: Wenn man einen Sinn findet für das, was man tut. Fünftens: Wenn man wirksam ist, sich Ziele setzt und sich selbst als erfolgreich empfindet. Brohm-Badry rät zum Optimismus: Positive Gefühle könnten bewirken, dass man erfüllter lebt, mehr Leistung bringt, gesünder ist und ein höheres Einkommen hat.
Apropos Geld - von dem doch viele gar nicht genug kriegen können: Macht das glücklich? Die Trierer Sozialpsychologin Prof. Eva Walther hat das erforscht und herausgefunden: Geld macht nur bis zu einem gewissen Grad glücklich. Wenn erst einmal ein Wohlstand erreicht ist, mit dem sich alle Grundbedürfnisse gut befriedigen lassen, führt mehr Geld nicht zu mehr Wohlbefinden. Einzige Ausnahme ist, wenn man es nicht für den eigenen Konsum ausgibt, sondern um anderen etwas Gutes zu tun.