Wenig Zug zur Hauptschule

Sinkende Anmeldezahlen und das Imageproblem vieler Hauptschulen zwingen zu Reaktionen: In den Parteien wird über ein zwei- oder dreigliedriges Schulsystem diskutiert, Lehrerverbände streiten um Erhalt oder Abschaffung der Hauptschule.

Die Abstimmung mit den Füßen läuft seit Jahren gegen die Hauptschule. Ihr gehen die Schüler aus. Teils, weil es insgesamt erheblich weniger Nachwuchs gibt, vor allem aber, weil diese Schulform wegen ihres nicht gerade lockenden Rufes zum Auslaufmodell geworden ist. Das haben die Hauptschule und ihre Lehrer zwar nicht verdient, doch auf eine zunehmend schwierige Schülerklientel wurde lange Zeit nicht angemessen eingegangen. Die Schule wurde zu lange vernachlässigt. "Uns hilft keiner", klagen Lehrer, die sich auch einer wachsenden Zahl verhaltensgeschädigter Schüler gegenübersehen. Handwerk und Handel winken angesichts mangelnder Qualifikation der Schulabgänger bei Lehrstellen ab. Erst langsam scheint die Politik einzusehen, dass ein schleichendes Ende der Hauptschule niemanden nutzt. Genau so wenig, wie einfach Namen und Türschild zu wechseln. Neben dem Gymnasium muss es ein starke Mittelschule geben, die allein durch ihre Größe auch individuelle Förderung und unterschiedliche Abschlüsse bieten kann. Das Land hat mit der Einrichtung Regionaler Schulen vor Jahren einen ersten, aber halbherzigen Schritt getan. Meinung Auslaufmodell