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Wenn das Handy vor der Radarfalle warnt

Wenn das Handy vor der Radarfalle warnt

Ein paar Kilometer in der Stunde zu flott auf der Straße - und zack hat\'s einen erwischt. Die Polizei und ihre Blitzer. Aber dank Internet und modernen Handys gibt es neue Blitzerwarner für unterwegs - sogar kostenlos. Warum diese Helferlein für die alltägliche Autofahrt aber sehr schnell sehr teuer werden können: Der Volksfreund erklärt es.

Trier. Die Zurmaiener Straße in Trier. Täglich fahren fast 40 000 Autos hier durch. Und immer wieder stehen an den Straßenrändern zwischen geparkten Autos Radarwagen der Polizei. Wer schneller als die erlaubten 50 Stundenkilometer unterwegs ist, wird da rasch von der automatischen Messung erfasst - und geblitzt.
An einem Abend messen die Beamten auch mal neun Geschwindigkeitsüberschreitungen in fünf Minuten: rekordverdächtig. Und das, obwohl es heute einfacher ist denn je, sich vor diesen Blitzern warnen zu lassen. Teilweise übernimmt die Polizei das sogar selbst: "Wir kündigen Radarkontrollen ja zum Beispiel auch im Trierischen Volksfreund an", sagt Monika Peters, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Trier. Ein Vorsorgeschritt, denn zu hohe Geschwindigkeit ist laut Statistischem Bundesamt immer noch die Unfallursache Nummer eins in Deutschland.

Rechtsprechung hinkt hinterher



Geblitzt zu werden ist ärgerlich - und oft teuer. Technische Helferlein können den Autofahrer warnen. Sie gibt es eigentlich, seit es Radarfallen gibt. Ob bei Blitzern, die mit Radarstrahlen arbeiten, bei Lasermessungen oder den modernen Lichtschrankenmessungen: Für beziehungsweise gegen alles gibt es Geräte, die den Autofahrer warnen oder die Messgeräte sogar stören. Aber: Diese Störinstrumente sind teuer - und verboten dazu.
In vielen Navigationsgeräten gibt es auch Blitzerwarner. Sie haben allerdings nur fest installierte Blitzer gespeichert - wie sie in Trier und Umgebung nicht vorhanden sind. Gleichwohl ist auch diese Option der eingebauten Warner nicht zulässig.
Die mobilen Messstellen rechtzeitig zu entdecken, war bis vor kurzem dem eigenen Gespür und einem "guten Auge" vorbehalten - oder eben den genannten teuren und verbotenen Geräten. Mittlerweile kann sich fast jeder beim Aufspüren der Blitzer helfen lassen: Auf modernen Handys, sogenannten Smartphones (intelligenten Telefonen), kann man speziell entwickelte Computerprogramme aus dem Internet installieren. Diese Programme übernehmen dann das Warnen vor den Blitzern (zur Funktionsweise: siehe Artikel unten). Ist das denn erlaubt? Christian Hölzer, Fachanwalt für Verkehrsrecht aus Trier, sagt es so: "Die Rechtsprechung und die Kommentarliteratur hinken da der modernen Technik zwangsläufig hinterher." Heißt: Es gibt keine oder verschwindend wenige Urteile im Bereich der Warner für Handys.
Allerdings steht in der Straßenverkehrsordnung, dass es untersagt ist, "ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören." Wer erwischt wird, dem drohen ein Bußgeld und Punkte in Flensburg. Unter Umständen könnte das Gerät sogar von der Polizei einkassiert werden (siehe: Drei Fragen an …).
Im nahen Frankreich, wo die Programme auch funktionieren, wird es richtig teuer: 1500 Euro und mehr werden fällig, wenn man mit Radarwarner erwischt wird. In Luxemburg ist die Lage rechtlich noch nicht klar definiert. Herkömmliche Radarwarner sind dort verboten, Warner in Navis nicht. sve