Wenn sie nicht gestorben sind

Und der edle Ritter kam in einem schnittigen Sportwagen zur Burg gebraust, um die Prinzessin zu retten. Gemeinsam fuhren sie in den Sonnenuntergang, und wenn sie nicht gestorben sind...

Und der edle Ritter kam in einem schnittigen Sportwagen zur Burg gebraust, um die Prinzessin zu retten. Gemeinsam fuhren sie in den Sonnenuntergang, und wenn sie nicht gestorben sind...Es klingt fast wie bei den Gebrüdern Grimm: Der Sportwagenhersteller Porsche will rund drei Milliarden Euro investieren, um 20 Prozent der Aktien von Volkswagen zu kaufen. Gute Nachrichten für den schwer angeschlagenen Volkswagen-Konzern. Gute Nachrichten für die Porsche AG, die sich damit ihre strategische Partnerschaft mit VW sichert. Gute Nachrichten für die VW-Beschäftigten; Porsche gilt als seriöses, respektables Unternehmen, das nicht wie ausländische Heuschrecken über ihre Arbeitsplätze herfällt. Gute Nachrichten für die Politiker, die den Porsche-Einstieg als unmissverständliches Signal für den wirtschaftlichen Aufschwung gewertet wissen wollen.

Alle freuen sich. Bis auf die Analysten, die den geplanten Einstieg gar nicht so positiv bewerten, über elf Prozent ist die Porsche-Aktie gefallen. Die Aktionäre würden nicht in den Genuss von Sonderzahlungen kommen, wenn Porsche seine Reserven komplett für VW aufbrauchen würde. Andere bemängeln das Aufleben alter Klüngeleien in der Deutschland-AG.

Dabei ist ihr Pessimismus fehl am Platze. Denn ein erfolgreiches Unternehmen wie Porsche steigt nicht aus ritterlich-patriotischen Gründen bei VW ein. Porsche will Geld verdienen. Mit VW. Deshalb wird der eingeschlagene Sparkurs strikt eingehalten, deshalb wird kein Geld verschwendet. Offenbar ist Porsche - wie viele ausländische Kapitalgeber - zu dem Schluss gekommen, dass es sich wieder lohnt, in Deutschland zu investieren. Porsche ist ein gutes Beispiel für die anderen./j.e. a.houben@volksfreund.de