Wer ist arm?

Wann fällt ein Mensch unter die Armutsgrenze? Eine klare Definition ist schwer zu formulieren, wird Armut doch individuell sehr unterschiedlich erlebt. Eine Möglichkeit der Eingrenzung ist der Griff zu Zahlen und Statistiken.

Bei dieser wirtschaftlichen Herangehensweise wird unterschieden zwischen absoluter und relativer Armut. Das Kriterium der Weltbank für absolute Armut: Wer am Tag weniger als einen US-Dollar zur Verfügung hat, gilt als arm. Das bedeutet: ein Leben am äußersten Rand der Existenz.

In modernen Gesellschaften wie Deutschland wird meist von relativer Armut gesprochen - also Armut im Vergleich zum Wohlstand der Gesellschaft, in der man lebt. Kennzahl ist das durchschnittliche Einkommen.

Nach EU-Definition ist ein Mensch armutsgefährdet, wenn er nach Einbeziehung staatlicher Unterstützung wie etwa Wohn- oder Kindergeld weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung des Landes, in dem er lebt, zur Verfügung hat. In der Region Trier traf das 2009 laut Statistischem Landesamt auf 13,5 Prozent der Bevölkerung zu. Besonders armutsgefährdet sind Alleinerziehende, zumeist Frauen. Dort liegt die Quote in Rheinland-Pfalz bei 41,8 Prozent.

Konkret bedeutet der 60-Prozent-Wert für Alleinlebende (Zahlen von 2008): Wer im Monat weniger als etwa 930 Euro zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. Wie relativ diese Größe ist, zeigt ein Vergleich mit Luxemburg. Im Großherzogtum lag der Wert bei etwa 19 000 Euro im Jahr - also monatlich circa 1600 Euro. arn