"Wir haben keine Rechte"

Mina Saleh ist der Priester der koptischen Gemeinde Bitburgs. Nichts würde er sich mehr wünschen, als dass seine Glaubensbrüder in Ägypten endlich frei leben können.

Bitburg. Etwa 150 Gläubige zählt die koptisch-orthodoxe Gemeinde in Bitburg. Viele von ihnen sind aus ihrer Heimat Ägypten geflüchtet. Obwohl sie sie lieben. Doch wollen sie weder mit der ständigen Gefahr noch mit der Unterdrückung leben, die in Ägypten für Christen zum Alltag gehören. Der TV hat mit dem Bitburger Priester Mina Saleh über die aktuellen Ereignisse gesprochen.

Was fühlen Sie, wenn Sie sehen, was in Ihrer Heimat geschieht?
Saleh: So viele Tote, so viele Verletzte. Dabei wollten sie nur friedlich demonstrieren. Es tut mir schrecklich leid, was dort geschieht. Ich liebe mein Land Ägypten. Aber es ist unvorstellbar, was dort passiert. Wir haben keine Rechte, dürfen keine Kirchen bauen, müssen in Angst leben und uns verstecken. Dabei wollen wir in Frieden mit unseren moslemischen Brüdern leben. Und auch Rechte haben.
Was muss geschehen?
Saleh: Die Europäer müssen auf Ägypten einwirken und sich in die Diskussionen einschalten. Wir können hier nur beten. Unser Papst Shenouda III. hat uns aufgefordert, zu beten und zu fasten. Ich vertraue meinem Gott. Und ich befolge seine Regel: Du sollst auch Deine Feinde lieben.

Ist die Gefahr der Grund, warum Sie nach Deutschland kamen?
Saleh: Nein. Ich bin gekommen, um meinen Dienst zu tun. Aber natürlich würde ich auch nach Ägypten zurückgehen. Ägypten ist der Garten Gottes. kah