"Wir sind jetzt viel weiter"

Die letzten vier Wochen für die Benefiz-Aktion "Vergissmeinnicht" sind angebrochen. Zu Ostern endet die TV-Spendensammlung zugunsten der Infrastruktur für Demenzkranke in der Region. Die Anlaufstellen in Trier und auf dem Land melden eine deutlich gestiegene Nachfrage nach Hilfe und Beratung.

 Gut lachen hatten Uschi Wihr, Stefan Kugel (rechts) und Professor Bernd Krönig beim Vergissmeinnicht-Start. Doch die Aktion hat ihnen auch jede Menge Arbeit beschert. TV-Foto: Friedemann Vetter

Gut lachen hatten Uschi Wihr, Stefan Kugel (rechts) und Professor Bernd Krönig beim Vergissmeinnicht-Start. Doch die Aktion hat ihnen auch jede Menge Arbeit beschert. TV-Foto: Friedemann Vetter

Trier. So ist das manchmal mit dem Erfolg: Er hat auch seine Kehrseite. Den Erfolg beschreibt Professor Bernd Krönig, Vorsitzender des "Vereins Demenzzentrum für die Region Trier", so: "Wir haben eine gigantische Entwicklung bei den Menschen, die von sich aus auf uns zukommen". Die breite Berichterstattung habe vielen "das Thema Demenz verständlich gemacht und Hemmschwellen abgebaut".

Die Kehrseite ist freilich auch schnell aufgezeigt: "Wir platzen aus allen Nähten", sagt Mitarbeiterin Uschi Wihr. Die Beratungsarbeit sei "kaum mehr zu bewältigen". Auch die Anlaufstellen auf dem Land melden einen spürbaren Anstieg der Nachfrage.

Es wird also Zeit, aus den erfreulichen Ergebnissen der Aktion eine bessere Basis für die Arbeit zu entwickeln. Konkrete Vorstellungen gibt es durchaus. So sollen vor allem Beratungsstellen und Projekte vor Ort in der Region unterstützt und angekurbelt werden. Eine Betreuungs-Gruppe in Thalfang, ein Projekt in Trierweiler: "Dezentrale Initiativen sind wichtig", betont Uschi Wihr.

Das Demenzzentrum steuert Knowhow, Anstöße und Ausbildungsangebote bei. Man setzt darüberhinaus auf Unterstützung durch die Kommunen. "Kleine Keimzellen schaffen" nennt das Uschi Wihr.

Allerdings müsse auch die personelle Ausstattung im Demenzzentrum verstärkt werden, sagt Professor Krönig, "sonst können wir die Unterstützung nicht leisten". Stärkung des Zentrums, Projektförderung vor Ort, so lautet die Doppelstrategie. Dabei soll ein "Sonder-Fonds" helfen, der auch Initiativen in jenen Teilen der Region unterstützt, die von Trier weiter weg liegen.

Die unterschiedlichen Anlaufstellen und Modellprojekte in der Region sind sich über die Aktion nähergerückt. Und auch die verschiedenen Berufsgruppen, die mit Demenz zu tun haben. So haben sich die Ärzte dem "AK Demenz" angeschlossen, der sich um Öffentlichkeitsarbeit kümmert. Nächster Zielpunkt ist der Welt-Alzheimertag am 21. September, der in der gesamten Region den Fokus wieder auf das Thema richten soll. Aktionen und Werbemaßnahmen können dank "Vergissmeinnicht" wirksam unterstützt werden.

Wobei man in Trier den wachsenden Zuspruch durchaus mit gemischten Gefühlen sieht. Der derzeitige Platz im Demenzzentrum erlaubt keine Ausweitung des Angebots. "Wir könnten etliche Gruppen zusätzlich anbieten, wenn wir wüssten, wo wir sie unterbringen sollen", ärgert sich Uschi Wihr. Nun ist man gemeinsam mit dem Haus der Gesundheit und dem Verein für Herzsport bei der Stadt vorstellig geworden, um abzutasten, ob es Chancen gibt, in eine städtische Liegenschaft umzuziehen. "Sozialdezernent Bernarding war viel optimistischer, als wir erwartet hatten", bekundet Professor Krönig. Zurzeit ist schon aufgrund der Schulplanung viel Bewegung in den städtischen Gebäuden - vielleicht eine Option für das Demenzzentrum. Aber nicht die einzige: "Wenn uns ein Privatmann eine Möglichkeit bietet, wären wir jederzeit interessiert", sagt Wihr.

Interessiert ist man aber auch daran, dass die Aktion "Vergissmeinnicht" bis Ostern ihr Konto noch weiter aufbessert. Jeder Euro erhöht den Spielraum, wirksame Verbesserungen für demenzkranke Menschen zu erreichen.

Wollen Sie "Vergissmeinnicht" mit einer Aktion oder einer Spende unterstützen? Mail an: d.lintz@volksfreund.de. Wir berichten gerne über Ihre Initiative.

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