Worte statt Taten

Kinderfreundlichkeit und Familienpolitik haben sich alle Parteien auf die Fahnen geschrieben: Schließlich geht es bei diesen Themen um Deutschlands Zukunft. Doch die Wirklichkeit sieht anders, nämlich viel rauer aus.

Die Zahl der Sozialhilfeempfänger unter 18 Jahren steigt. Diese Kinder lernen früh die Schattenseiten der reichen Republik kennen. Statt in sie rechtzeitig zu investieren, werden meist später teure "Reparaturkosten” für Fehlentwicklungen in Kauf genommen. Und noch immer sind Kinder ein Armutsrisiko, weil der Staat trotz vieler Lippenbekenntnisse nur halbherzig den Nachwuchs fördert. Dabei geht es keineswegs allein um die Höhe des Kindergeldes. Was zählt, sind eine angemessene steuerliche Entlastung der Familien, ein kostenfreier Kindergarten, Betreuungsmöglichkeiten, die Alleinerziehenden Beschäftigungsperspektiven eröffnen, und nicht zuletzt ein gebührenfreies Erststudium. Eine Gesellschaft muss wissen, dass sie die junge Generation zum Überleben braucht und in den Nachwuchs investieren. j.winkler.red@volksfreund.de