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Zehntausende über 80-Jährige warten auf die ersehnte Spritze

Coronavirus : Langes Warten auf die ersehnte Spritze

Obwohl sie bereits im Januar einen Termin vereinbart haben, warten mehr als 100 000 über 80-Jährige im Land noch immer auf ihre Impfung.

Anfang Januar hat sie ihre 93-jährige Oma für die Corona-Impfung über die Internetseite des Landes registriert und dafür auch eine Bestätigung erhalten. Doch bis heute hat die Seniorin keinen Impftermin bekommen. Als ihre Enkelin dann vergangene Woche eine Mail an die Impfhotline des Landes schreibt, wird ihr mitgeteilt, dass es wohl eine Panne bei der Registrierung gegeben hat. Ihre Oma sei bislang gar nicht für einen Impftermin vorgesehen, sie müsse erneut angemeldet werden.

Kein Einzelfall. Viele TV-Leser berichten, dass sie sich oder Angehörige bereits vor Wochen für die Impfung angemeldet hätten, aber immer noch keinen Termin erhalten haben. Viele fragen, was sie tun müssen, damit sie endlich die Impfung bekommen. „Wenn sich Personen erfolgreich angemeldet haben und eine Registrierungsnummer besitzen, müssen sie nichts weiter tun. Sie werden automatisch mit einem Terminpaar für Erst- und Zweitimpfung  benachrichtigt, wenn Termine verfügbar sind“, sagt ein Sprecher des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums.  Derzeit warteten noch rund 130 000 Menschen im Land auf ihre Impftermine. Grund sei, dass immer noch nicht ausreichen Impfstoff zur Verfügung stehe. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte gestern, dass alle, die bereits registriert seien, bis Mitte April zumindest ihre Erstimpfung erhalten haben sollen. Somit seien dann alle über 80-Jährigen zumindest einmal geimpft.

Bislang haben in Rheinland-Pfalz 180 953 Menschen eine Erstimpfung erhalten, 131 916 davon eine Zweitimpfung. Bis Ende dieser Woche soll es in allen Altenheimen des Landes Zweitimpfungen gegeben haben, sagte Dreyer. Die Impfbereitschaft liege bei Bewohnern bei rund 80 Prozent, bei Mitarbeitern bei gut 70 Prozent. Ab Montag würden auch die über 80-Jährigen,  die immobil zu Hause lebten, geimpft, sagt der Ministeriumssprecher.

Das Land will ab Samstag die Online-Anmeldung für die Impfung von Erziehern und Lehrern ermöglichen. 40 000 Erzieher, 6000 Förderschullehrer und 12 000 Grundschullehrer können sich dann registrieren lassen. Diese Berufsgruppen sollen nun früher geschützt werden dürfen als bislang geplant.  Ziel sei, in den regionalen Zentren ab 1. März etwa 20 000 Menschen pro Woche zu impfen, sagte Dreyer.  Für die Impfungen der Lehrer und Erzieher ist laut Gesundheitsministerium der Impfstoff von AstraZeneca vorgesehen. Dieser darf derzeit nicht an  über 65-Jährige verimpft werden.   Dadurch stehe mehr des Vakzins des Mainzer Herstellers Biontech zur Verfügung, das derzeit überwiegend an Ältere verimpft wird.   

Es könnte allerdings sein, dass sich nicht alle Lehrer und Erzieher mit dem Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers AstraZeneca impfen lassen wollen. Noch immer gibt es wegen angeblich heftigen Nebenwirkungen Vorbehalte gegen dieses Vakzin. Der Anteil der nicht wahrgenommen Impftermine in den Impfzentren mit AstraZeneca  liege bei bis zu 25 Prozent, sagt der Ministeriumssprecher. „Landesweit liegt der Anteil der nicht wahrgenommen Impftermine in den Impfzentren mit AstraZeneca bei unter zehn Prozent.“ Für die Impfung mit dem Impfstoff hätten sich bislang in Rheinland-Pfalz rund 22 000 Menschen unter 65-Jahren, die aufgrund ihres Berufs etwa als Rettungssanitäter, Ärzte oder Pfleger vorrangig geimpft werden sollen,  registriert  und Impftermine erhalten. Hinzu kämen die Impfungen für die rund 10 000 Mitarbeiter in den Krankenhäusern, für die ebenfalls AstraZeneca vorgesehen sei.