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Fragen & Antworten  Abfallentsorgung: Zu klein, zu unhygienisch, zu weit weg

Fragen & Antworten  Abfallentsorgung : Zu klein, zu unhygienisch, zu weit weg

Was Volksfreund-Leser an den Biotüten und der Entsorgung stört und wie die Verantwortlichen auf die Kritik reagieren.

Seit knapp zwei Wochen gibt es in der Region Trier (außer im Vulkaneifelkreis) die Biotüte. Wir wollten von den Lesern wissen, was ihnen daran missfällt oder gefällt. Viele haben sich geäußert. Die Anmerkungen haben wir zusammengefasst und die Verantwortlichen des Abfall-Zweckverbands ART gebeten, dazu jeweils ein Statement abzugeben.

Es gibt zu wenige Sammelstellen – und diese sind oft schlecht erreichbar. Einige sind dreckig und nicht befestigt.

Der Zweckverband ART arbeitet bereits seit mehreren Wochen mit Nachdruck daran, das Netz an Abgabestellen kurzfristig zu erweitern und die Situation an den Sammelstellen zu verbessern. Da mögliche Standorte meist in Privateigentum oder im Eigentum der Gemeinden stehen, kann der ART nicht eigenmächtig Sammelcontainer aufstellen und ist auf die Mitwirkung und Unterstützung der Gemeinden angewiesen. Ziel ist es, dieses Jahr noch 500 weitere Sammelgefäße aufzustellen, deren Verfügbarkeit bereits sichergestellt ist.

Die Tüten weichen durch und reißen.

Blick in einen der auf den Sammelplätzen aufgestellten Container für die Biotüten. Foto: Bernd Wientjes

Es liegt in der Natur biologisch abbaubarer Tüten, dass diese sich nach gewisser Zeit zersetzen. Generell ist dabei festzuhalten: Je stabiler die Tüte, desto größer die Probleme beim späteren Vergärungs- oder Kompostierungsprozess. Der ART verwendet zertifizierte Biotüten, die aus Recyclingmaterial hergestellt werden und zu 100 Prozent biologisch abbaubar sind. Die Alternative ist eine Tüte aus Maismehl, die aber zu Verwechslungsgefahren mit nicht gewollten herkömmlichen Plastiktüten führen könnte. Der Zweckverband prüft, ob beides angeboten werden kann.

Der Bio-Eimer ist zu klein.

Bei der Wahl der Größe hat sich der ART sowohl an den Erfahrungen anderer Kommunen als auch den Bedürfnissen der Haushalte – etwa zur Platzierung in der heimischen Küche – orientiert. Auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass große und schwere Tüten schneller reißen oder durchweichen, hat sich der Zweckverband bewusst für ein Zehn-Liter-Gefäß entschieden.

Die Art des Sammelns ist unhygienisch und gesundheitsgefährdend.

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Bioabfälle getrennt zu sammeln sind. Da es sich bei dem nun eingeführten System um ein freiwilliges Bringsystem handelt, kann jeder Bürger die Tüte zu einem frei wählbaren Zeitpunkt entsorgen. So können hygienische Probleme vermieden werden. Gesundheitsgefahren, die von den eigenen biogenen, häuslichen Abfällen ausgehen, sind ungeachtet dessen doch eher selten.

In meinem Rathaus gab es das Starterset nicht.

Alle Verbandsgemeindeverwaltungen, die Kreisverwaltungen und die Stadtverwaltungen Trier, Wittlich und Bitburg geben die Startersets aus. Die Nachfrage übersteigt die Erwartungen. Temporäre Engpässe sollen schnellstmöglich ausgeglichen werden.

Die Entsorgung hat auch ohne Biotüte gut funktioniert. Warum also diese zusätzliche Entsorgung?

Der Zweckverband ist gesetzlich verpflichtet, ein getrenntes Erfassungssystem für Bioabfälle vorzuhalten. Aufgrund der scharfen Kritik der Bürger an der haushaltsnahen Biotonne hat sich der ART für die Sammlung mittels eines Bringsystems entschieden, das übrigens auch in zahlreichen Kommunen in Bayern und auch im Nachbarlandkreis Birkenfeld angeboten wird.

Kann ich auch andere Papiertüten für den Bioabfall nutzen?

Ja, natürlich. Es müssen aber auch wirklich Papiertüten sein. Es kam auch schon vor, dass Bürger ihren Bioabfall in Plastiktüten entsorgt und so in die Sammelbehälter geworfen haben. Damit ist der sogenannte Materialstrom nicht mehr sauber.

Wo gibt es Biotüten, wenn ich keine mehr habe?

Derzeit noch an den Ausgabestellen der Startersets. In Zukunft wird es die kostenlosen Biotüten überall dort geben, wo es heute schon neue gelbe Säcke gibt.